Sonntag, September 14, 2008

Die Geburt des Schmetterlings

Eines Tages erschien eine kleine Öffnung in einem Kokon; ein Mann beobachtete den zukünftigen Schmetterling für mehrere Stunden, wie dieser kämpfte, um seinen Körper durch jenes winzige Loch zu zwängen. Dann plötzlich schien er nicht mehr weiter zu kommen.
Es schien, als ob er so weit gekommen war wie es ging, aber jetzt aus eigener Kraft nicht mehr weitermachen konnte.


So beschloss der Mann, ihm zu helfen: er nahm eine Schere und machte den Kokon auf. Der Schmetterling kam dadurch sehr leicht heraus. Aber er hatte einen verkrüppelten Körper, er war winzig und hatte verschrumpelte Flügel.


Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete, dass die Flügel sich jeden Moment öffnen und sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen. Aber nichts davon geschah!

Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens krabbelnd mit einem verkrüppelten Körper und verschrumpelten Flügeln. Niemals war er fähig zu fliegen.

Was der Mann in seiner Güte und seinem Wohlwollen nicht verstand, dass der begrenzende Kokon und das Ringen, das erforderlich ist damit der Schmetterling durch die kleine Öffnung kam, der Weg der Natur ist, um Flüssigkeit vom Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu fördern. Dadurch wird er auf den Flug vorbereitet sobald er seine Freiheit aus dem Kokon erreicht.

(Quelle unbekannt)

Manche Erfahrungen sind lebenswichtig - sie sollten einem nicht abgenommen werden. Und manches, was von aussen unlösbar erscheint, kann man aus eigener Kraft schaffen. Auch wenn es niemand glaubt.

Donnerstag, August 28, 2008

Geschichten in Kurzform: Metaphern

Metaphern sind etwas faszinierendes. Kurz und knapp bringen sie die Botschaft auf den Punkt. Sie erzeugen ein Bild im Kopf des Lesers / Zuhörers und auf einmal wird klar, um was es eigentich geht. Und das, ohne große Erklärungen und komplizierte Zusammenhänge. Metaphern verlassen sich darauf, dass ihre Keraussage bekannt ist. Alles was der Zuhörer noch tun muss, ist das bekannt Bild mit der Botschaft in Zusammenhang bringen.

So weit, so anschaulich.

Viele Metaphern sind geflügelte Worte, auch Sprichworte genannt. Oft verwenden wir sie, ohne groß darüber nachzudenken. Viele sind ganz vertraut.

Und manchmal stolpert man darüber, wenn man sie liest. Vor allem wenn sie so verwendet werden - absichtlich oder versehentlich - dass sie das Bild im Kopf verzerren.

Kürzlich gelesen:Wer zuerst kommt, malt zuerst.

Naja, das Ursprungsbild der Metapher kam nicht aus dem künstlerischen Bereich, sondern aus der Lebensmittelverarbeitung: Der Bauer, der sein Korn am Morgen als erstes zum Müller brachte, war auch als erster dran. Alle andern müssen warten.

Aber das andere Bild ist auch nett: derjenige Nachwuchs-Picasso, der als erstes zur Stelle ist, darf als erster mit Palette und Pinsel über die Leinwand herfallen - zum Erzeugen eines hoffentlich meisterlichen Kunstwerks.

Nur - bei der Kunst kommt es nicht auf Schnelligkeit und Effizienz an. Oder?

Beim fleissigen Bauern unter Umständen schon, denn:

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Samstag, August 23, 2008

Projekt-Entscheidungen und ihre Konsequenzen

Zu beurteilen, ob der Weg, den ein Projekt einschlägt, der erfolgversprechendste ist, ist zu Beginn des Weges schwer zu sagen. Zwar beeinflussen Erfahrungen aus der Vergangenheit eine Entscheidung - aber alle Vergangenheitsbetrachtung lässt sich nur sehr bedingt auf zukünftige Ereignisse übertragen.
Es zeigt aber von der Fühungsstärke des Projektleiter und ist im Sinne des Projektes, wenn die einmal getroffenen Entscheidung dann auch konsequent vertreten und umgesetzt wird. Zuverlässigkeit in Bezug auf getroffene Entscheidungen machen die Stärke eines Projektes aus.

Andererseits kann es auch so aussehen:
*Nasrudins Abkürzung*
Es war ein wunderschöner Morgen, Nasrudin machte sich auf den Heimweg.


“Warum”, so dachte er bei sich, “soll ich nicht eine Abkürzung durch den schönen, kühlen Wald nehmen, anstatt auf der staubigen Straße weiterzugehen?”


Die Idee gefiel ihm. “Was für ein Tag!”, rief er aus, “ein Tag, an dem man Glück haben muss!”


Mit diesen Worten sprang er seitlich in die Büsche auf den Wald zu.

Doch im nächsten Moment stürzte Nasrudin in eine tiefe Grube hinein, eine Falle, mit der wilde Tiere gefangen werden sollten.

“Was für ein Glück, dass ich die Abkürzung genommen habe”, dachte er bei sich und rieb sich seine schmerzenden Glieder. “Wenn schon in diesem herrlichen Wald solche Gefahren lauern – wie wäre es mir erst ergangen, wenn ich auf der öden Landstraße weitergegangen wäre?”

Montag, August 18, 2008

"Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen - Erwachsenen, damit sie aufwachen."

Ein Zitat von Jorge Bucay, das es genau auf den Punkt bringt, was es mit Erzählen von Geschichten auf sich hat.

Das schöne am Erzählen ist, es hört jeder gerne zu.

Das gefährliche am Erzählen ist, dass es sich nicht steuern lässt, wenn in Unternehmen die "falschen" Geschichten erzählt werden.

Wobei "falsch" eine Sache der Auslegung ist. Welche Art von Geschichten erzählt werden, hat direkt etwas mit der Kultur des Unternehmens zu tun. Was man am Rande von Meetings, am Kopierer und der Kaffeemaschine so hört spiegelt das Kommunikationsverhalten im Unternehmen wieder - und prägt es auch.

Freitag, August 15, 2008

wussten Sie, dass sich das weltweit verfügbare Wissen alle fünf bis sieben Jahre verdoppelt?



Und wussten Sie auch, dass nur knapp über 50 Prozent des Wissensbestandes in Unternehmen als gedruckte oder elektronische Dokumente vorliegen, während sich fast die Hälfte in Form von Erfahrung und Know-how in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befindet?


Ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens besteht darin, das vorhandene Wissen dort bereitzustellen, wo es gebraucht wird.


Mittwoch, August 06, 2008

Über die Kunst die richtigen Fragen zu stellen

Großer Aufruhr im Wald! Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste.

Alle fragen sich wer denn nun da drauf steht. Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und geht zum Bären und fragt ihn: "Sag mal Bär, steh ich auch auf deiner Liste?" "Ja", sagt der Bär, "dein Name steht drauf."

Voll Angst dreht sich der Hirsch um und geht. Und wirklich, nach 2 Tagen wird der Hirsch tot gefunden.

Die Angst bei den Waldbewohnern steigt immer mehr und die Gerüchteküche um die Frage, wer denn nun auf der Liste stehe, brodelt.

Der Keiler ist der Nächste dem der Geduldsfaden reißt und den Bär aufsucht um ihn zu fragen, ob auch er auf der Liste stehen würde. "Ja, auch du stehst auf der Liste", antwortet der Bär. Verängstigt verabschiedet sich der Keiler vom Bären. Auch ihn fand man nach 2 Tagen tot auf.

Nun bricht die Panik bei den Waldbewohnern aus. Nur der Hase traut sich noch den Bären aufzusuchen. "Bär, steh ich auch auf der Liste?" "Ja, auch du stehst auf der Liste"

"Kannst du mich da streichen?" - "Ja klar, kein Problem!"

Montag, August 04, 2008

Für erfolgreiche Projekte kommt es oft auf die richtige Reihenfolge an, in der man die Dinge tut.

Der Meister kam eines Tages in ein Dorf und sah auf jeder Tür, an jedem Baum eine gemalte Zielscheibe, in deren Mitte ein Pfeil steckte.

Er fragte, wer denn dieser meisterliche Schütze sei, und wurde an einen halbwüchsigen Jungen verwiesen.

"Sag', wie ist es möglich, dass du in solch jungen Jahren schon eine derartige Meisterschaft entwickelt hast?"

"Ja, weisst du, ich schiesse zuerst und male dann die Kreise."

Mittwoch, Juli 30, 2008

Eine Projektweisheit vom urbayerischsten aller Philosophen

Wie sagt K. Valentin:
"Alles hat drei Seiten: Eine gute, eine schlechte und eine komische"


Manchmal ist es wichtig, nach der komischen Seite zu suchen. Das macht die schlechte Seite erträglicher.

Freitag, Juli 25, 2008

Die andere Seite des Erzählens


Ein Mensch, der zuhören kann,

hat Seltenheitswert.

Manchmal kann einer, der zuhört,
wichtiger sein

als ein Stück Brot.

Mittwoch, Juli 23, 2008

Niemand lässt sich gerne etwas sagen, aber alle lassen sich gerne etwas erzählen....

Der Gärtner hatte einen wunderbaren Garten gepflanzt. Vielfältig, bunt und wunderbar angeordnet wuchsen die Blumen und Sträu­cher in seinem Garten. Er freute sich über jeden Halm, der sich in die Sonne streckte und jede Blüte, die sich öffnete. Und jede Pflanze pflegte er mit Hingabe. Mit der Zeit wurden die Pflanzen größer, der Garten dichter. Alles blühte und wuchs, auch weil sich der Gärtner mit Begeisterung um jede einzelne Pflanze kümmerte.

Doch mit der Zeit wurde es für den Gärtner immer schwieriger, sich um alle zu kümmern. Er verbrachte immer mehr Zeit in seinem Garten und die Arbeit begann, ihm über den Kopf zu wachsen. Er lief mit Gießkanne und Dünger Tag und Nacht durch den Garten, um zu sehen, wo etwas fehlte. Man sah ihn eigentlich niemals ohne diese beiden Helfer.

Doch er schien den Überblick zu verlieren. Er sah nicht mehr, welche Pflanze welcher Pflege bedurfte. Er verbrachte viel Zeit mit Pflanzen, die nur mit Mühe in seinem Garten wuchsen und übersah jene, die eigentlich gut gediehen, wenn sie nur genügend Sonne und Wasser erhielten.

So wurde aus dem kleinen, jungen Garten zunächst ein blühendes, wachsendes Wunder, das alle Besucher beeindruckte. Doch immer mehr wuchs daraus ein wahrer Urwald, in dem viel Schönes verloren ging oder einfach nicht mehr bemerkt wurde.

Der Gärtner wurde traurig. Was er mit so viel Phantasie erschaffen hatte, wurde immer undurchschaubarer. Pflanzen, die er zu Beginn geschätzt hatte, waren so groß geworden, dass sie anderen die Luft zum atmen nahmen. Sie waren schneller gewachsen, als er erwartet hatte. Andere waren gar nicht, oder viel langsamer gewachsen.

Das Bild seines Gartens hatte sich verändert, ohne dass er ge­merkt hätte, wann das geschehen war, denn er war immer nur von Pflanze zu Pflanze geeilt. Vor lauter Pflanzen hatte er seinen Garten vergessen.

Bis er sich an seine anderen Helfer erinnerte.

Und die waren Ruhe, um den Blick für das Wesentliche zu finden,
Mut zum Verzicht und
die Stärke, sich auf weniges zu konzentrieren.