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Mittwoch, Dezember 13, 2017

Scheitern – und dann?


Geschichten aus dem Silicon Valley
San Francisco, 3. November 2017


Scheitern hat im Silicon Valley eine ganz andere Bedeutung als in unserer Business-Kultur und Fehler zu machen einen anderen Stellenwert. Dies ist eine Geschichte, die ich auf meiner Reise im vergangenen Monat gehört habe – und ich bin sicher, es ist nicht die einzige.

Ein Unternehmen hatte erfolgversprechende Pläne für ein neues Computerspiel: Eine spannende Geschichte, anspruchsvolle Rätsel, großartige Bilder, und das über mehrere Level und in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Mannschaft war an Bord, hat Software entwickelt, sich mit technischen Schwierigkeiten auseinandergesetzt, Teams haben gemeinsam an Ergebnissen gearbeitet – man wuchs zusammen.

Doch jedes Unternehmen ist immer nur so gut, wie der Erfolg seines Produktes im Markt: Wird es vom Kunden nicht gekauft, war’s das. Trotz fähiger Entwickler und kreativer Ideen ging das Konzept nicht auf und das Unternehmen pleite. Als man die Überreste sortierte und Menschen überlegten, wie es denn nun weitergehen sollte, kam ein findiger Kopf auf eine brillante Idee.

Die Entwickler Teams hatten sich ihr eigenes Kommunikationstool erstellt: Es erlaubte ihnen, untereinander schnell und unkompliziert Nachrichten, Fragen ans Team, Wissen, Bilder, Dateien usw. auszutauschen. Da die Teams an verschiedenen Orten arbeiteten und unterschiedliche Arbeits-Rhythmen hatten, war das ein zentrales Tool für das gemeinsame Projekt. „Lasst uns das verkaufen!“, war die Überlegung, die beim Aufräumen und Abschiednehmen entstand, „Das Tool hat unseren Remote-Teams die Kommunikation miteinander ermöglicht, warum nicht auch anderen?“ Daraus wurde „Slack.com“:
Heute gibt es 9 Millionen aktive Nutzer in über 100 Ländern, die eine Idee eines gescheiterten Unternehmens benutzen – übrigens auch die Süddeutsche Zeitung. Irre, oder? (Logo (C) by Slack.com)


Wäre das bei uns möglich? Ist ein Unternehmen, das Konkurs geht, nicht die unternehmerische Voll-Katastrophe, bei der intensiv nach dem Schuldigen statt nach verbleibenden Perspektiven gesucht wird? Wer kümmert sich hierzulande eigentlich darum, was in einem gescheiterten Unternehmen noch weiter verwertet werden kann, so dass daraus ein eigener Erfolg entsteht? Das ist in der Regel der Insolvenz-Verwalter – nicht der Chancen-Verwerter. By the way: Ist irgendjemand bei Air Berlin auf die Idee gekommen, außerhalb der Luftfahrt-Branche nach unternehmerischen Ideen zu suchen, oder zu überlegen, was man mit den Kompetenzen des Unternehmens sonst noch anfangen könnte? Sowas wie „Air Berlin Slack“? Oder haben alle nur in den Kategorien Sozialplan, Absicherung und Entschädigung gedacht?


Eines meiner Lieblingszitate zum Thema Scheitern wird Andrew Carnegie zugeschrieben: Der legendäre amerikanische Unternehmer hatte einen Manager neu eingestellt. Der traf eine falsche Entscheidung, die das Unternehmen eine Million Dollar kostete. Carnegie ließ den Manager zu sich kommen. Dieser nahm verlegen auf der vordersten Stuhlkante Platz und bemerkte kleinlaut: "Sie werden mich jetzt bestimmt feuern." Doch Andrew Carnegie erwiderte: "Wie kommen Sie denn darauf? Ich habe eben eine Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert! Warum sollte ich Sie gerade jetzt gehen lassen?"

(Quelle: https://addicted2success.com/quotes/32-inspirational-dale-carnegie-quotes/)

Dienstag, Oktober 13, 2015

Projekte sichtbar machen - Visualisieren Sie Ihr Projekt

Wir lieben scheinbar ungewöhnliche Methoden, die Projekte zum Ziel führen. Wie in unserer letzten Projektgeschichte erzählt, ist die Sichtbarkeit eines Projektes ein Erfolgsfaktor (hier...)
Ein Projekt wird leicht sichtbar, wenn es Inhalte gibt, die man sehen kann, im einfachsten Sinne des Wortes: Zur Sichtbarkeit gehört Visualisierung. Wir haben uns kürzlich mit den Experten von Visual Braindump dazu unterhalten.

Hier ist ein Auszug unseres Gesprächs als Experten-Interview:




In welchen Situationen im Projekt ist die Visualisierung für Projektleiter nützlich?

Die Frage möchte ich zuerst zurückgeben: Wann ist die Visualisierung für Projektleiter nicht nützlich? Genau dann, wenn alle Inhalte zu Thema, Ziel und Ablauf allen Beteiligten klar sind. Da das in einem Projekt in den seltensten Fällen zutrifft, lautet die Antwort auf die ursprüngliche Frage: so oft wie möglich! 

Visualisierung im Projekt besticht durch klare Vorteile:

  1. Als Projektleiter schaffe ich es, durch Visualisierung Inhalte schnell und effektiv zu transportieren. (Prozess)-Beschreibungen mit grafischen Stilelementen, Kanban, Ziel-Bilder…  auch die Ausgestaltung klassischer Power-Point-Folien ist möglich. 
  2. Die Methode der Visualisierung ist eine Kreativmethode. Die Erarbeitung von Inhalten im Team erfolgt durch Visualisierung in einer (von Natur aus) kreativen Art. Als Projektleiter kann ich mit ihr Lücken und Unklarheiten identifizieren und eliminieren. 
  3. Eine Visualisierung dient der Verinnerlichung von Inhalten. Eine grafische Aufbereitung komplizierter Themen liefert einen Gesamteindruck zu spezifischen Themenkomplexen auf den ersten Blick, bleibt im Kopf und lädt bei Interesse zu Detailsichtungen weiterer Inhalte (textuell, verbal oder anhand weiterer Bilder) ein. Schnell und unkompliziert.


Welche Vorurteile/Bedenken gegenüber Visualisierung haben Projektleiter?
Beim Einsatz im Projektteam gibt es vorrangig zeitliche Bedenken. Eine Zeichnung zu erstellen, erfordert Zeit. Dem gegenüber steht die zumeist geforderte Erstellung von Texten durch den Kunden (Dokumentationen, Meeting-Protokolle anhand Vorlagen, Reports…).

Stakeholder, bzw. das klassische Management reagieren in Ausnahmefällen differenziert. Zeichnungen werden gerne aus eigener Unsicherheit heraus als „Überflüssig“ bezeichnet. Meistens sind Reporting-Sheets oder technische Dokumentationen in Unternehmen standardisiert. Zum Zwecke der Vergleichbarkeit wird oft auf diese Formalie bestanden. 

Die Einführungsmaßnahme ist denkbar einfach: machen. Dabei gilt es, die richtige Dosierung der grafischen Gestaltung zu finden, die Dosierung stückweise zu erhöhen und einen schonenden Wechsel zu finden. Der Mehrwert der grafischen Darstellungsweise wird überzeugen. Seien Sie in den Bereichen mutig, in denen keine Standardisierung vorliegt. Beispiele:


  • Das Meeting-Protokoll ist standardisiert -> Ergänzen Sie durch eine weitere Seite mit der visuellen Zusammenfassung.
  • Es existiert eine Vorlage zur Dokumentation von Inhalten (Format, Deckblatt, Überschriften…) -> Ergänzen Sie Einzelbilder im Dokument
  • Die Projekt- oder Aufgabenstellung ist noch nicht klar. Perfekt! Zeichnen Sie ein gemeinsames Bild mit Ihrem Auftraggeber. Halten Sie dann die Ergebnisse in einem „klassischen“ Pflicht- und/oder Lastenheft fest. Doppelter Erfolg: Ein gemeinsames Ziel-Bild wurde geschaffen und dient Ihnen und Ihrem Auftraggeber als Aushängeschild zur weiteren Erklärung vor Dritten.
  • Konkret: Welche Fragen können Sie als Projektleiter im Laufe Ihres Projektes zweifelsfrei mit „ja“ beantworten?
  • Sind die fachlichen Inhalte als Voraussetzung zur schriftlichen Darstellung klar?
  • Ist das kollektive Verständnis zum Thema/Ziel/Scope/Umfang vorhanden?
  • Ist die Schriftform die „beste“ Variante zur Verteilung von Wissen in Kontext des Projektauftrages?

Falls Sie eine der Fragen mit „Nein“ beantworten: Versuchen Sie die grafisch/bildliche Darstellung. 

Ein Bild mag keine technische Dokumentation vollständig ersetzten. Ein Bild bietet dagegen eine wesentliche Ergänzung. Einsatzmöglichkeiten sind auch hier: Bildelemente in Dokumentationen; die Darstellung von Kernelementen in Meetings; grafische Elemente als visueller Anker oder visuelle Darstellungen von Produktinformationen, Abläufen und Prozessen. Selbst gezeichnete Bilder, sind etwas Einzigartiges, laden zur Betrachtung ein und – sofern an der richtigen Stelle platziert – garantieren die Aufmerksamkeit die Ihr Projekt erfordert.

Montag, Juni 08, 2015

Wie erzeuge ich einen Projektunfall?


Probleme - oder Projektunfälle - sind in Projekten nicht die Ausnahme, sie sind die Regel. Zwar hoffen wir meistens, dass das Projekt an so wenig Klippen wie möglich vorbeikommt, doch an ein paar Klippen verunfallt das Projekt doch meistens. Mit steigender Erfahrung weiß der Projektleiter oft schon im Voraus, was mögliche Klippen sein können. Es bleiben aber immer noch einige Überraschungs-Klippen für Projekt-Unfälle übrig.

Eine Methode, um sich mögliche Projektunfälle bewusst zu machen, ist das Umkehr-Diagramm: Statt sich zu fragen, was alles für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes notwendig ist, drehen Sie die Frage um: Was müssen Sie tun, um das Projekt möglichst schnell und gründlich scheitern zu lassen? Was müssen Sie tun, um eine Situation im Projekt noch schlimmer werden zu lassen?

Montag, Oktober 06, 2014

Unsere Lieblingsbücher - Tools im Problemlösungsprozess

Wenn man Geschichten mag, ist man oft ein Bücherwurm. Meine These, und ich bin das beste Beispiel dafür. Der Bücherschrank im Büro ist permanent an seiner Leistungsgrenze.

Ich habe heute mal eines meiner Lieblingsbücher aus dem Schrank gezogen. das ist ein Lieblingsbuch nicht weil es so viele spannende Geschichten enthielte, sondern weil dieses Buch tatsächlich bei uns im Dauergebrauch ist. Für jedes Meeting, für jeden Workshop, den wir für Kunden (oder auch für uns selbst) vorbereiten, findet sich eine Anregung dazu.



Das Buch beschreibt eine mittlerweile zu den Klassikern zu rechnenden Methode zur Problemlösung – KULT . Nach einer Einführung zum Thema stellen die Autoren Christian Berndt, Claudia Bingel und Brigitte Bittner 27 Tools die in den unterschiedlichen Phasen ihre Anwendung finden dar. Das letzte Kapitel befasst sich mit der Moderation eines Problemlösungsprozesses.
Ein echter Klassiker – dieses Buch besticht durch klare Darstellung und einer Menge nützlicher Methoden für die Praxis. 

Ein kurzer Blick ins Buch:

Freitag, Mai 09, 2014

Können Projektleiter zaubern - und gibt es ein Tool dafür?

Können Projektleiter zaubern?
Können Projektleiter zaubern?
Ein Tool, das alle Projektmanagementsorgen verschwinden lässt…

Wäre das nicht schön? Ein Tool, das das Projektleben in ein Kinderspiel verwandelt? … Sie erwarten wahrscheinlich, lieber LeserIn, dass die Antwort auf diese Frage „Ja, na klar“ lautet und dass ich Ihnen diesen Zaubertool vorstelle… doch die Gesichte ist folgende.

Montagmorgen ist Karla Z. wieder auf den Weg und schult die zukünftigen Projektleiter der Firma Xipon. Xipon hat zwar bereits vor einem Jahr eine Software eingeführt, von dem Zauberkräfte erhofft werden, doch erst jetzt werden die Projektmitarbeiter geschult. Warum so spät? Das ist eine andere Geschichte.

Das Seminar startet mit dem Thema „Erwartungen abfragen“, doch das verwandelt sich schnell in eine reine „Klagestunde“: die Software ist doof, Funktionen, die wir brauchen, sind nicht da, sie erfüllt die Anforderungen von Xipon nicht, mit Excel war alles besser….Ist das normal? Sind die verschiedenen Projektmanagement-Software-Varianten wirklich so „doof“? Karla erinnerte sich an einem vor kurzem erfolgreich abgeschlossenem Projekt, das eben das Gegenteil bewiesen hat:

Ein anderes mittelständisches Unternehmen, wir nennen es Poloti, ist in den letzten 2 Jahren sehr stark gewachsen. Bis vor kurzen haben die Projektmitarbeiter, eben wie so oft, mit Excel gearbeitet… Doch mit wachsender Komplexität und Umfang der Projekte hat Poloti festgestellt, dass ein umfassendes Tool Sinn macht, um Planung, Steuerung und Controlling weiter zu professionalisieren.

Karla hat gemeinsam mit der Geschäftsführung und allen Projektleitern die Projekte, Arbeitsweise und Unternehmensstruktur von Poloti analysiert, und alle Beteiligten durch den Auswahlprozess geführt. Die Projektleiter hatten die Möglichkeit, die Tools vorab auszuprobieren. Die Einführung erfolgte Schrittweise, erst wurden mehrere Pilotprojekte ausgewählt, das Kernteam geschult und so Stück für Stück die neue Software in bestehende Unternehmensprozesse integriert.

Die Projektmitarbeiter arbeiten gerne mit der Lösung. Und warum? Weil diese genau zu den Anforderungen passt – und sie mit entscheiden konnten. Die Projektverwaltung hat sich für die Projektleiter vereinfacht, auf eine Weise, die sie als Unterstützung empfinden. Auch die Geschäftsführung ist begeistert. Sie haben alle Daten und den nötigen Überblick über die Projektlage auf einen Knopfdruck. So wie es sein sollte.

Die Mitarbeiter von Xipon haben nicht so viel Glück. Die Software-Variante wurde von der Geschäftsführung ausgewählt und den Projektmitarbeitern zur Verfügung gestellt mit der Aussage „ab jetzt machen wir Projekte mit dieser Software, damit wird alles einfacher“. Ein Weg, der einem Unternehmen an vielen Stellen sehr viel Geld kosten kann. Die Frustration der Betroffene steigt, die Projektverwaltung wird umständlicher, Projekte arbeiten „heimlich“ mit anderen Tools weiter, Missverständnisse und Fehler bauen sich auf, Funktionen fehlen, die dringend gewünscht wurden. Und Nachdenken muss man als Projektleiter immer noch selbst...

Es gibt eben doch kein Zauber-Projektmanagement-Tool. Keine Software kann dem Projektleiter das Denken abnehmen. Aber es gibt eine Reihe von Lösungen, die je nach Anforderungen ein Unternehmen hervorragend unterstützen kann. So könnte das Projektleben zumindest ansatzweise zum einen Kinderspiel werden.



Author: Jolanta Czagin (@wowolek)

Dienstag, Oktober 08, 2013

Projekte wären so klasse - wenn man nicht dauernd Entscheidungen treffen müsste ?!?

Mal ehrlich, das schönste am Projektleiterdasein ist doch, dass man bestimmen darf, wo es lang geht und die Entscheidungen für das Projekt treffen kann. Der Projektleiter gibt die Richtung vor und das Team setzt um. Klasse. Soweit, so theoretisch.

Im wirklichen Leben habe ich Projekte erlebt, in denen zum Beispiel die wichtigsten Entscheidungen permanent durch den Auftraggeber getroffen wurden. Das hätte er nicht tun sollen, schon klar. Das hat ihn aber nicht interessiert und der Projektleiter hat viel Zeit und Nerven damit verbracht, mit diesem Entscheidungsverhalten klar zu kommen und das Projekt "trotzdem" noch zu leiten. Nicht immer ganz glücklich.
Oder ein anderes Projekt zum Beispiel. Da trifft der Projektleiter grundsätzlich alle Entscheidungen. So weit so gut. Leider ohne sich rechtzeitig über die Auswirkungen seiner Entscheidungen mit dem Projektteam abzustimmen. Die hätten noch die ein oder andere Alternative in petto gehabt, die vielleicht Ressourcen gespart hätte. Selten ist offenbar vorher Zeit, sich bei komplexen Themen im Projekt mit allen Beteiligten abzustimmen. Die Zeit, die man hinterher braucht, um Fehlentscheidungen auszubügeln muss man sich dann eben nehmen.

Ich habe gestern (07.10.2013) eine Methode kennengelernt, die das Projektleiterleben in dieser Hinsicht etwas einfacher machen kann: "Systemisches Konsensieren". Wenn man sich erst mal an den Namen der Methode gewöhnt hat, entdeckt man, dass sie einiges an guten Projektleiter-Prinzipien mit einem konsensorientierten Vorgehen zur Entscheidungsfindung vereint.

Dahinter steht das Prinzip, dass man die Entscheidung bevorzugt, die bei allen Beteiligten den geringsten Widerstand hervorruft. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass man es sowieso nie allen recht machen kann. Dann also die Variante wählen, die die wenigste Ablehnung hervorruft. Also stimmen die Beteiligten ab:
Die Abstimmung erfolgt auf einer Skala von 0 – 10 Widerstandsstimmen (W)
0 W-Stimmen bedeutet: ich habe keinerlei Widerstand
10 W-Stimmen bedeutet: dieser Vorschlag ist für mich unannehmbar
Die Werte dazwischen werden beliebig für den zweitliebsten, drittliebsten…… usw. Vorschlag vergeben.

Damit bekomme ich im Projektteam ein klares Bild zu den Vorschlägen. Und auch, diejenigen, die gerne erstmal gar nichts sagen um dann evtl. hinterher gute Gründe gegen die getroffene Entscheidung anzuführen, werden von vornherein miteinbezogen. Jeder muß seinen persönlichen Widerstand zu den vorgebrachten Vorschlägen messen.
Ein klarer Kommunikationsvorteil für die Methode. Und der versierte Ingenieur weiß, dass man Widerstände, die man messen kann, auch ganz gut berechnen kann. Also wird nach der Messung ausgewertet und der Vorschlag mit dem geringsten Widerstandswert gewinnt.

Damit habe ich als Projektleiter auf sachlicher Ebene alle Meinungen eingeholt, die Vorschläge bewertet und eine Basis geschaffen, mit der alle "leben" können.

Wer mehr erfahren möchte:

Hier ist ein Web-Talk
von Christiane Wittig, einer Expertin im Systemischen Konsensieren und mir,
in dem wir die Anwendbarkeit für Projekte erläutern und testen.


Mehr über die Methode an sich gibt es hier.

Dienstag, April 17, 2012

Manchmal ist das gar nicht so einfach – die richtigen Dinge richtig weitererzählen.


Jeder kennt die Erfahrung: da wollte ich nur eine Information weitergeben,
und das ist beim Gegenüber völlig falsch angekommen. Da hat sich der an ganz unwichtigen
Details gestört, die ich doch so gar nicht weitergeben wollte. Das kann manchmal
ganz unerwartete Diskussionen auslösen.
Darum: Achten Sie mal darauf, wem sie was aus dem Projekt wie weitererzählen….
 

Mittwoch, Februar 01, 2012

Zitat aus dem Projektmanagement-Alltag zum Projektstatus

Bei der Diskussion um die Ampelfarbe im Statusbericht des Projektes:
- "Der Projektstatus ist grün, alles läuft."
- "Ist das echtes Grün oder politisches Grün ....??"

Dienstag, November 08, 2011

Storify: Social Media Geschichten erzählen

Gerade habe ich ein neues Tool zum Geschichtenerzählen gefunden: www.STORIFY.com
Man kann damit Social Media Geschichten erzählen - wunderbar einfach und bunt.
Wer das Foto vom PM Camp gesehen hat und mich kennt, weiß, dass ich für "bunt" viel übrig habe. Ich schätze einfach die Vielfalt, auch bei Farben.

In dem Sinne gefällt mir dieses neu entdeckte  Tool sehr gut. Man baut aus verschiedenen Tweets eine Geschichte, kommentiert sie mit Text - und hat so eine Zusammenstellung von unterschiedlichen Tweets zu einem Thema - oder auch mehreren...

Als ersten Beispiel musste natürlich das PM Camp vom letzten Wochenende in Dornbirn herhalten. Schaut selbst: http://storify.com/projektstory/pm-camp-2011-at-dornbirn

Dienstag, November 01, 2011

Projekthindernisse: Ich habs zwar nicht gebaut, beseitigen muss ich es trotzdem....

Kaum denkt man, dass mal so alles nach Plan läuft, geht etwas schief. Das ist der Alltag, den wir ja alle kennen, nicht nur im Projekt. Das Leben scheint manchmal nur aus Planänderungen und Umwegen zu bestehen. Gerade dann ist es wichtig, sich an so ganz einfach Weisheiten zu erinnern, zum Beispiel "1 Schritt nach dem anderen.", wie Beppo Straßenkehrer aus dem
Geschichten Klassiker Momo. Das ist nämlich tatsächlich die einzige Methode, um ans Ziel zu kommen oder Probleme zu lösen. Oder haben Sie schon einmal versucht, alle Schritte auf einmal zu gehen? Wenn ja, dann haben wir eine kleine Inspiration für Sie, mal etwas anderes zu versuchen.
 
Stellen Sie sich mal vor....
Sie sind Teilprojektleiter eines großen IT-Projekts, an dem viele Abteilungen beteiligt sind, ein Software-System, das von vielen Abteilungen genutzt werden soll. Ihr Auftrag ist klar beschrieben. Sie sollen sich um die Entwicklung der Auswertungen der Daten der Software kümmern. Sie haben einen Kollegen aus einer anderen Abteilung mit in Ihrem Team, der fachliches Know How beisteuert. Nennen wir ihn Kollege X. Ihr Team entwickelt eine Lösung auf Basis des Know Hows des Kollegen aus der anderen Abteilung. Das klappt auch wunderbar, das Team versteht sich und arbeitet gut zusammen. Obwohl es über Abteilungsgrenzen geht, und die sind ja manchmal gefährlich.

Jetzt passierts. Irgendwer anders in dem großen Projekt  kann seinen Plan nicht einhalten. Warum auch immer. In der Kaffeeküche wird gesagt "Da hat einer Mist gebaut." Das spielt aber keine Rolle. Aus dieser Projektkrise wird nur eines für Sie auf einmal dramatisch wichtig: Um diese Krise möglichst schnell zu beheben, muss der Kollege X dort bis auf weiteres aushelfen.

Damit bekommen Sie in ihrem Teilprojekt ein Problem, dass Ihr Teilprojekt gar nicht verursacht hat. Das Leben ist unfair. Jeder könnte schließlich die Probleme selbst wieder beheben, die er verursacht hat. Wenn es doch nur immer so einfach wäre.

Was tun? Sie suchen nach Lösungen, auch in der Diskussion im Team. Und da wird eines ganz schnell klar: Sobald einer eine Idee hat, sieht ein anderer ein Problem, was mit genau dieser Idee nicht gelöst werden kann. Jetzt haben Sie 2 Möglichkeiten:

1) Aufgeben (das ist aber langweilig und bringt niemanden nicht weiter)

2) Das Problem in so viele " Einzelteile " zerlegen, wie nur irgend möglich.
Dann sucht das Team für jedes "Einzelteil" einen Lösung.
Einer steuert den Prozess und prüft, ob die Einzelteile auch zusammenpassen und welche Abhängigkeiten sich ergeben.
Eben 1 Schritt nach dem anderen, wie Beppo Straßenkehrer.
 
Und ... so wird ja schließlich auch Software gebaut.

Montag, Februar 14, 2011

Berater-Positionierung: Haben Sie eine gute Geschichte?

Eine gute Positionierung lässt sich auch in eine spannende Geschichte verpacken, denn
Geschichten haben einen emotionalen WertGeschichten merkt man sich und erzählt sie weitergute Geschichten haben die Kraft, Kunden und Mitarbeiter mit auf die Reise zu nehmen. Im Storytelling ist „Die Moral von der Geschicht' …“ ein beliebtes und traditionelles Mittel, um die Botschaft einer Geschichte noch einmal eindeutig für die Zuhörer zu formulieren.

Für heutige Ohren klingt das manchmal aufgesetzt oder belehrend. Daher wird dieses so formulierte Fazit oft weggelassen - insbesondere bei Geschichten im Business-Kontext. Trotzdem bleibt die Forderung an eine gute Geschichte: sie muss eine eindeutige Botschaft haben.

Was für Geschichten stimmt, die Sie erzählen, stimmt auch für eine klare Positionierung als Berater:

Machen Sie doch mal einen Test, ob Ihre Botschaft eindeutig ist! Suchen Sie geeignete Zuhörer, die Ihnen probehalber zuhören und Ihnen freundliche Rückmeldung geben. Fragen an Ihre Zuhörer können dann sein:

Was hast Du verstanden?
Wie würdest Du die Botschaft formulieren?

Wenn Sie Antworten erhalten, die deutlich voneinander abweichen, wissen Sie, dass Ihre Positionierung noch nicht eindeutig genug ist.

mehr...

Montag, Mai 17, 2010

Warum man aus Erfahrungen nicht klug wird


Drei Fragen an den erfahrenen Projektleiter:
Woher wissen wir, was wir wissen?
Können wir von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen?
Warum erwarten wir nie das Unvorhergesehene?

Die Antworten auf diese Fragen fasste der Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell 1912 in seinem Buch "The Problems of Philosophy" so zusammen:
Ein Huhn, das jeden Tag Nahrung erhält, geht davon aus, dass es auch weiterhin jeden Tag Nahrung erhalten wird. Es festigt sich der Glaube, dass ihm der Mensch wohlgesonnen sei. Nichts im Leben des Huhns deutet darauf hin, dass es eines Tages geschlachtet wird.

Auch wir Menschen müssen uns eingestehen, dass die größten Katastrophen für uns meist völlig überraschend kommen. "Es ist ratsam, hinter Dinge, die man lange für selbstverständlich gehalten hat, immer mal wieder ein Fragezeichen zu setzen", folgerte deshalb Bertrand Russell.

Zum Beispiel:
Als 2 Boeings in die Türme des World Trade Center rasten, war die Öffentlichkeit geschockt - nichts schien darauf hingewiesen zu haben, dass so etwas passieren könnte. In den Wochen und Monaten nach dem 11. September bekam man dagegen den Eindruck, dass praktisch alles auf diesen Anschlag hingedeutet hatte.

Dieses Phänomen - unser Unvermögen, aus Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen - wird auch "the black swan" genannt. In der westlichen Welt ging man immer davon aus, dass Schwäne weiß seien. Etwas anderes war nicht denkbar und auch nie vorgekommen. Bis Naturwissenschaftler im 17. Jahrhundert eine Rasse schwarz gefiederter Schwäne entdeckten. Was bisher völlig außerhalb des Möglichen gelegen hatte, war plötzlich selbstverständlich. So leicht kann sich unser Weltbild verändern. Nur ein einziges Ereignis, und wir bewerten unsere Welt ganz neu.

Was waren denn die unerwarteten Ereignisse in Ihren Projekten? Was waren die schwarzen Schwäne, die alles ganz anders aussehen ließen?
Wann traten sie auf?
Ich bin sicher, da kommen spannende Geschichten hervor.

(Foto: bwahlers / photocase.com)

Mittwoch, Dezember 02, 2009

Storytelling Framework: die 2-5-1 Methode

Geschichten machen Präsentationen und auch Redebeiträge in Diskussionen anschaulicher. Gerade in Konferenzen und Tagungen, wo Diskussionen auch in großen Gruppen geführt werden, kann man seinen Beitrag am besten in einer (Erfahrungs-)Geschichte verpacken. Hier kommt es darauf an, schnell Aufmerksamkeit zu gewinnen und in seinem Redebeitrag nichts zu vergessen, auch wenn er spontan ist.

Vor kurzem habe ich eine sehr nützliche Methode gefunden, die beim Strukturieren hilft.
Gerade um an implizites Wissen ("tacit knowledge") zu kommen, ist diese kurze Struktur sehr hilfreich.

Die 2-5-1 Methode.

Und so funktioniert es:
  • 2
    • Wer bist du (Stell dich kurz vor)
    • Deine Erfahrungen als knappe Zusammenfassung

  • 5 Finger
    • kleiner Finger – Was wurde bisher (im Projekt) nicht ausreichend berücksichtigt
    • Ring finger – Welche Beziehungen /Verknüpfungen / Zusammenhänge sind für das Thema (bzw. für das Projekt) aus Deiner Sicht wichtig - Was ist Dir in diesem Zusammenhang wichtig
    • Middle finger – was mochtest Du nicht / was hat Dich frustriert
      [Anmerkung: diese persönliche, emotionale Sicht auf die Dinge ist typisch für alle Storytelling-Methoden. Versuche hier, den emotionalen Aspekt zu berücksichtigen, sachliche Argumente wirken an dieser Stelle besser, wenn Du auch erwähnst, was Dich daran emotional bewegt. ]
    • Pointer finger – was würdest Du das nächste Mal besser machen bzw. was würdest Du den (Projekt-)Verantwortlichen raten, das nächste Mal zu berücksichtigen
    • Thumb (up) – was war gut. Was hat gut funktioniert [loben nicht vergessen !]

  • 1 – die wichtigste Lehre / Erfahrung, das wichtigste Ergebnis des Projektes (der Diskussion, etc...)
Das ist ein sehr einfaches Werkzeug, das in vielen Situationen eingesetzt werden kann:

Zur Darstellung einer Position, zur Erklärung von Hintergünden und Zusammenhängen, um abstrakte Sachverhalte anschaulich zu machen und / oder um Beispiele zu geben.

Das Mittel ist simpel und hilft auch bei spontanen, unvorbereiteten Redebeiträgen, die gut strukturiert einfach besser wirken.

Man kann es sich leicht merken - das Werkzeug, es umzusetzen hat man immer dabei: seine Hand. Und es funktioniert auch, wenn man vor einem größeren Kreis von Zuhörern steht.


Donnerstag, Oktober 15, 2009

Wundermittel Metaphern: Unser Selbstlernkurs für Sie!



Wir denken oft und viel in Bildern. Oft genügt ein Stichwort und wir haben ein komplexes Bild des ganzen Themas im Kopf. Das Stichwort lässt uns aufmerksam werden und ruft ein passendes Bild auf. So wirken Metaphern. Richtig eingesetzt können Metaphern Unbekanntes erklären, Emotionen und Aufmerksamkeit wecken - wie ein Leuchturm.

Leuttürme werden von allen gesehen - der Schritt zum Vorbild, das von allen gesehen werden soll, ist da nicht mehr weit.
Die Unternehmensleitung gibt die Strategie für das Unternehmen vor - die Bilder "Kurs halten" und "Kompass ausrichten" liegen da nahe. Wenn ein Problem gelöst wurde, ist auch die Nuss geknackt, und grundlegende Informationen bilden oft ein Fundament, auf dem aufgebaut werden kann. Das sind nur wenige Beispiele.


Metaphern elegant eingesetzt in Vorträgen oder Präsentationen können wahre Wundermittel sein. Ein kleiner Vergleich und schon verstehen alle, was im Kern gemeint ist.

G
ute Redner setzen Metaphern sehr gezielt ein. Mit der Auswahl der richtigen Metapher können Sie Ihren Vortrag richtig zum Strahlen bringen - oder ungewollte Lacher ernten.

Manchmal hat man das berühmte Brett vorm Kopf - oder man steht auf der Leitung, wenn man nach dem richtigen Vergleich sucht. Selten umgekehrt (man habe eine Leitung vorm Kopf oder steht auf dem Brett ?). Es sei denn man kennt beide Metaphern und setzt sie absichtlich vertauscht ein. Das kann funktionieren - wenn Ihre Zuhörer auch beide Metaphern kennen.

Über den Einsatz von Metaphern gibt es also ein paar Dinge, die sich lohnen zu wissen. Oder über die man sich mal in Ruhe, vor der Vorbereitung des nächsten Vortrages Gedanken machen sollte.

Machen Sie das doch mal - bei Gelegenheit. Zum Beispiel mit unserem Selbstlernkurs für Metaphern. Der kann Ihnen dabei helfen und verrät ein paar nützliche Tipps.

Was ist denn ein Selbstlern-Kurs???
Sie erhalten von uns die Unterlagen der Lerneinheiten (hier sind es 3) als pdf-Dokumente und arbeiten selbständig, wann und wo Sie wollen. Sie sind nicht auf Seminarzeiten oder Stundenpläne angewiesen. Sie sind zeitlich und räumlich unabhängig. Sie organisieren sich selbst und folgen Ihrem eigenen Lernstil. Wenn Sie Unterstützung benötigen oder Fragen haben können Sie sich jederzeit an uns wenden. Wenn Sie mitmachen wollen reicht eine kurze E-Mail an Hauer(at)ebh-muenchen.de