Freitag, Januar 04, 2013

Geflügelte Worte im Projektalltag ... 3. Teil



Auch auf Twitter finden sich unübertroffene Weisheiten zum Projektmanagement. Die, die uns für unsere Zitatensammlung erreicht haben, sind hier:

  • „Wir haben keine Probleme. Wir haben Herausforderungen!“ (@tural3)

  • „EMail vom Programmierer: nach Update verreist" (@projektstory)

  • „Wir kriegen das alles rechtzeitig fertig, keine Angst“ (@tmmd)

  • „Das Leben ist kein Ponyhof mit grüne Wiese und rosa Blümchen“ (@wowolek)


  • „Ich habe alles im Kopf" (@tural3)

  • „Ich habe doch keine Zeit für wortklaubereien" (@tural3)

  • „Wenn der Auftraggeber es wirklich will, spielen Kosten keinerlei Rolle mehr“ (@ernstvall)

  • „Machen Sie es mal gschwind!" (@tural3)

  • „Erst nachdenken, dann schreiben“ (@projektstory)

Donnerstag, Dezember 27, 2012

Projekt-Schlauberger.... noch mehr geflügelte Worte

Unsere Sammlung der Projektzitate wächst inzwischen sehr ansehnlich.  Kürzlich bekamen wir von Heinrich Unger eine ganze Liste herrlicher Weisheiten. 
Hier sind sie:


  • Es gibt keine guten Projektmanager, nur solche, die Glück hatten.
  • Die Projektdauer wird von der Anzahl der Änderungsanträge bestimmt. 
  • Es gibt keinen schleichenden Funktionszuwachs! Nur einen rasenden. 
  • Gerate so früh wie möglich in Verzug! Dann hast Du mehr Zeit, den Rückstand aufzuholen! 
  • Nach 90% der Projektlaufzeit und 90% des Budgets sind auch 90% der Arbeit erledigt. Die restlichen 10% Arbeit können in den verbleibenden 90% der Zeit und des Budgets bequem erledigt werden. 
  • Gutes Projektmanagement besteht nicht aus Planen, Überwachen und Steuern. Es geht nur darum, gute Entschuldigungen für die entstandenen Probleme zu finden. 
  • Projektmanager werden benötigt, weil es in allen Projekten Probleme gibt. 
  • Probleme gibt es, weil es Projekte gibt. 
  • Ohne Projektmanager gäbe es keine Projekte. 
  • Gute Projektmanager fangen erst gar kein Projekt an.  

Freitag, Dezember 21, 2012

Zuhören, Mitdenken und andere Nebensächlichkeiten im Projekt

Ich bin immer wieder erstaunt, an welchen scheinbar nebensächlichen Dingen Projekte scheitern können. Das ist die Geschichte eines Projektes das eingestellt wurde. Das Projekt wurde abrupt beendet mit einer sogenannten „Management-Entscheidung“. Die Entscheidung fiel kurz vor Weihnachten. Die Frage, ob das nicht auch früher möglich gewesen wäre, führt zu einer anderen Geschichte (... darüber, wie schnell Manager Entscheidungen treffen oder eben nicht und wie dann mehr oder weniger klar kommuniziert wird…), die zu einem anderen Zeitpunkt erzählt werden soll.

Leider kam das Ende nicht ganz überraschend. Und das Projekt stellt sich natürlich die Frage, ob es soweit hat kommen müssen? Eigentlich lief doch alles ganz gut. Es gab zwar Offene Punkte, die im letzten Meeting mit dem Management Board als dringend zu bearbeiten angemahnt wurden, doch diese Punkte waren nicht unlösbar und auch inzwischen geklärt. Um es in den beliebten Projektstatus-Ampelfarben auszudrücken: das Projekt hatte den Weg von rot zu gelb locker geschafft und war auf dem Weg nach grün. Soweit es die Beurteilung der Fakten und der Projektergebnisse betraf. Die Beurteilung aus der Perspektive des Projektes wohlgemerkt.


Konkret ging die Geschichte so:


Da war einmal ein ambitionierter Projektleiter, der ein ganz schön großes Team von etwa 40 Personen zu managen hatte. Das Team war auch sehr kunterbunt zusammengesetzt. Unterschiedliche Typen von Menschen, unterschiedliche Arbeitsweisen, Erfahrungen und Kommunikationsstile. Nicht zuletzt eine Mischung aus internen Kollegen, externen freiberuflichen Beratern und einem Beratungsteam eines beauftragen Unternehmens. Eine bunte Mischung aus ganz verschiedenen Interessen. Die sollten nun zusammenarbeiten und sich von dem Projektleiter steuern lassen.


Im Team wusste jeder Bescheid, was er zu tun hatte. Was die anderen Kollegen so machten, war zum Teil unklar bis unbekannt. Das führte dazu, dass so manche fachliche Frage eine Weile durch das Projekt geisterte, bis sich jemand fand, der die Antwort wusste. Es ging nichts verloren, nur manche Dinge wurden dadurch etwas mühsam. Niemand wartet gerne lange auf Antworten zu Fragen, die ihm wichtig sind.


Da das Team so groß war, gab es viele verschiedene Themen, die mit Kollegen aus den betroffenen Fachbereichen geklärt und abgestimmt werden mussten. Also redete der eine Kollege aus dem einen Teilprojekt mal mit dem Fachbereich, dann wieder jemand aus einem anderen Teilprojekt. Blöd nur, wenn beide Kollegen nichts voneinander wussten und auch noch Informationen weitergaben, die für die Kollegen aus dem Fachbereich ganz und gar widersprüchlich klangen. Die Kollegen waren verwirrt und wussten nicht, woran sie waren mit dem Projekt. Vertraut man jemandem, der sich scheinbar dauernd widerspricht?


Das Thema des Projektes war recht anspruchsvoll. Um der alten IT-Weisheit entgegenzuwirken, die da sagt „wer testet ist feige“ wurden sehr umfangreiche Tests geplant. Die Leute, die sich fachlich damit gut auskannten, also diejenigen, die die Testfälle auch inhaltlich verstanden, waren mit beteiligt. Es sollte möglichst viel möglichst gründlich getestet werden. Natürlich mit den zukünftigen Nutzern des Projektes, den das waren genau die, die sich fachlich auskannten. Die verstanden nur nichts von den IT-technischen Hintergründen des Projektes. Woher auch. Doch manchmal kamen da Fragen, die die Unsicherheit über diese ganzen technischen Zusammenhänge ausdrückten. Ungeschickt, wenn nie Zeit war, genau zuzuhören und diese Fragen in Ruhe zu beantworten. „Dafür bin ich nicht beauftragt“, so die ganz klare Abgrenzung, die aus dem Team regelmäßig zu hören war.


So nach und nach bekamen die Kollegen „zukünftige Nutzer“ das Gefühl, dass dieses Projekt etwas merkwürdig arbeitete. Eigentlich zu Unrecht, aber der Eindruck war nun mal da. Leider hatte der Projektleiter viel zu wenig Zeit, um sich all diese Sorgen anzuhören. Sonst gab es auch viel zu wenig Mitarbeiter in dem Projekt, die sich mal Zeit nahmen, zuzuhören, wenn jemand aus dem Fachbereich etwas zu erzählen hatte - zu fachlichen Hintergründen oder „historischen Zusammenhängen“ oder Themen, die sowohl das Projekt als auch den Fachbereich betrafen. Geschichten darüber, warum die Dinge gerade so sind, wie sie sind. Meistens gibt es ja für die scheinbar unlogischsten Abläufe einen guten Grund. Wenn man den kennt, versteht man das große Ganze besser.


Das alles führte dazu, dass der Ruf des Projektes nicht der beste war. Technisch gesehen, völlig zu Unrecht, fand das Projekt. Und lag damit gar nicht falsch. Doch geholfen hat es nicht.


Denn eines Tages passierte folgendes: ein anderes Projekt, das weit hinter seinem ursprünglichen Zeitplan lag, verursachte ein paar ordentliche Engpässe bei verfügbaren Ressourcen, Menschen und Technik gleichermaßen. Eine Risikoanalyse wurde durchgeführt. Eine Bewertung aller Projekte im Umfeld dieses anderen Projektes erfolgte. Man verschaffte sich einen Überblick über die Risiken, all diese Projekte nun gleichzeitig durchzuführen. Nicht ganz unerwartet kamen die Mitglieder des Managementboards zu der Überzeugung, dass alle Risiken aller Projekte auf einmal für das Unternehmen gefährlich werden könnten. Und damit erfolgte eine klare Entscheidung. Das Projekt, von dem hier erzählt wurde, wurde zugunsten des anderen Projektes eingestellt.


Ende.


?


Schade für das Projekt. Und den Projektleiter. Nachvollziehbar für das Unternehmen.


Hätte es Alternativen gegeben? Sicher. Aber es fand sich für dieses Projekt kein Fürsprecher. Warum nicht? Technisch war das Projekt ganz in Ordnung. Aber niemand hat gerne mit dem Projekt zusammengearbeitet. „Die haben ja nie zugehört, wenn wir was Wichtiges hatten….“


Liebe Projektteams, achtet doch hin und wieder darauf, ob ihr genug Zuhörer in euren Projekten habt. Und dass jeder ab und zu mal über den eigenen Tellerrand hinausblickt, um zu sehen und zu hören, was sonst noch so läuft und wo er mit wenig Aufwand weiterhelfen kann (auch wenn er nicht „beauftragt“ ist).


Mittwoch, November 14, 2012

Geflügelte Worte im Projektalltag ...

Hier sind sie, die ersten Zitate aus dem Projektalltag.

Vom PMCamp in Dornbirn haben wir eine ganze Menge mitgenommen.
Vielen Dank dafür. 

Die Urheber der Zitate haben wir natürlich erwähnt, mit ihrem Twitternamen, ganz in der Tradition des PMCamps, auf dem einfach viel getwittert wird.

Viel Vergnügen mit der ersten Liste.
Wenn Euch noch mehr einfällt, gerne her damit: zitate (at) projektgeschichten.de



Projekt – Schlauberger Spruch
·         Wer glaubt, dass Projektmanager Projekte managen, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. (Anonym)

·         Techniker: „Es geht um…“
     Projektleiter: „Das interessiert mich nicht, wann kannst Du mir das Ergebnis liefern?“ (Anonym)

·         Testen ist nur für Feiglinge. (@falkschmidt)
·         AGIL – Wenn einer die Arbeit von dreien in der halben Zeit machen soll (@peejez) 
          2 weeks of testing? I thought you are professionals. (@guntrambechtold)
·         Spezifikation? Wir machen das wie Facebook. (@guntrambechtold)
·         Bei mir ist alles „grün“. (@pottason)
·         Spezifikation? Wir haben doch einen Screenshot. (@guntrambechtold)
·         Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie Angestellter der Firma sind oder Mitglied des Projektteams.
    (@esentri)

·         Verwirren Sie mich nicht mit Details, ich habe mir meine Meinung schon gebildet (@kaialterfelder)
·         Never change a running Logo (@projektstory)
          "EMail vom Programmierer: nach Update verreist"  (@projektstory)

Weisheiten des Projektlebens
·         Don’t ask for permission, ask for forgiveness (@ddirkkinho)
·         80% der Zeit braucht man, um 20% der Aufgabe zu erledigen. In den letzten 20%der Zeit erledigt man dann die anderen 80%der Aufgabe (@stilist)

·         Führung mit Checklisten ist Projektmanagement auf Tütensuppenniveau. (@olafhinz)
·       
·         „Oben“ ist man einsam! –Kommentar eines Mitarbeiters aus der Linie, nachdem er Teilprojektleiter wurde. (@esentri)

·         Wir brauchen kein Ziel, alle wissen was zu tun ist! (@regi7900)
·         Don’t discuss – execute! (@regi7900)
·         Ein entgangener Vorteil ist kein Nachteil. (@regi7900)

·         Team: „Wir benötigen noch 3 ½ Sprints und es fehlen noch Spezifikationen“
·         PO: „Am Freitag sind wir fertig“ (@karlranseier)

·         Projektleiter: „They don’t pay me to make friends“ (@falkschmidt)
·         Manches, was Sprossen hat und aussieht wie eine Karriereleiter, entpuppt sich bei genauen Hinsehen als
    Hamsterrad (@alomuc)

Projekt – Totschlagargument
·            Auf meinem Rechner läuft es aber doch (@kartramseier)
·         Das muss (genauso) gehen, sonst ist die Firma pleite. (Anonym)
·         Das steht doch in der eMail… (@fblome)
·         Don’t give me excuses, give me results. (@LazyNadja)
·         Prio setzen – bei uns hat alles Prio 1 (@melmel2701)
·         Das ist in der Pipeline. (Anonym)
·         Asapissimo. (@pottasson)
·         Das Projekt ist gut geplant. Ihr müsst es nur noch umsetzen. (@ankeheines)

OHNE Kategorie…. (es wurde nichts angekreuzt)
·            Failure is not an option. (@ddirkinho)
·         Shut up and deliver! (@kaialtenfelder)
·         Was? Wir liefern heute?! (@moserberatung)
·         Wir sind zu 95% fertig. (HZprojektmensch)


"         Willst Du Gott zum Lachen bringen, erzähl' ihm von deinen Plänen!"
  
(Verfasser ist mir unbekannt, eingesandt von www.ralf-blodig.de)  
       "Alles schön sehen, immer das Leben anlächeln. Vielleicht haben wir ja alle Recht."
(O-Ton: Cemil, mein türkischer Freund und Döner-Dealer aus Freilassing
in seinem Verständnis für die Welt, die Menschen, die Philosophie und die
oft nötige Geduld, bis der Sinn und die Richtigkeit mancher Aussage erkannt
wird, die zunächst der Utopie zugeordnet werden könnte.
Eingesandt von www.ralf-blodig.de)

Jedes Ding hat drei Seiten.
1. Deine
2. Meine
3. Die, die wir nicht kennen
(...hilft oft beim Versuch zu sagen: "So wie ich die Dinge sehe, sind sie richtig!", eingesandt von www.ralf-blodig.de
)

Dienstag, November 06, 2012

Die besten Zitate aus dem Projektalltag .....

Manchmal leben Projekte ja von geflügelten Worten....

Das haben wir schon immer so gemacht… Auch schon mal gehört? Schlaue Spruche der lieben Kollegen, Weisheiten der alten Hasen oder Totschlagargumente begleiten uns auch im Projektleben. 

Manche Zitate fallen im Alltag des Projektlebens ganz unbedacht, und auf einmal lacht die ganze Mannschaft. Und der Redner wundert sich im ersten Moment warum.

So passiert bei dem wunderbaren Ausspruch "Egal, was ein Consultant tut, er trägt immer einen Anzug...." Unser wirklich geschätzter SAP-Kollege damals im Projekt wollte beim Mittagessen darauf hinweisen, dass er manche Outfits im Büro für nicht ganz passend hielt. Danach waren wir alle sehr vergnüngt, um nicht zu sagen, alle mussten furchtbar lachen. Und der Spruch verselbständigte sich.

So oder ähnlich hat das bestimmt jeder schon einmal erlebt.

Daher unsere neue Projektgeschichten-Idee: Wir wollen die lustigsten, tragischsten und unglaublichsten Projektzitate sammeln und gemeinsam  eine „The best of…“ Liste erstellen …

 Der Start unserer Aktion wird diese Woche am Freitag sein:
auf dem PMCAMP 2012 in Dornbirn möchten wir die ersten Zitate sammeln.  

Falls es Projektleiter geben sollte, die nicht zum PMCamp kommen können ;-)
könnt Ihr uns Euer bestes Zitat auch per eMail schicken: zitate (at) projektgeschichten.de

Die Ergebnisse werden wir hier zur Abstimmung veröffentlichen. Denn: das beste Zitat will gefunden werden. 

Liebe Projektleiter, erzählt es weiter, kramt in Euren Projekttagebüchern nach den besten geflügelten Worten und Zitaten aus den letzten Projekten. Und gerne auch die Geschichten dazu.

Dienstag, August 14, 2012

Hall of Fame der Projektgeschichten

Die "Projektgeschichten Hall of Fame" hat ihren ersten Bewohner.

Oliver Knittel, der Gewinner des Projektgeschichtenwettbewerbs 2012 hat die Urkunde erhalten und kann nun damit starten, den Survival Kit zu testen.

und ... der nächste Projektgeschichtenwettbewerb kommt bestimmt. Also sammelt Eure Erfahrungen ;-)

Mittwoch, August 08, 2012

The Winner is....


Hier also das Ergebnis unseres Projektgeschichtenwettbewerbs.
Die Geschichte  über Kevin hat gewonnen: „Kevin wird es schon richten“.
Wir gratulieren dem Autor Oliver Knittel ganz herzlich. Der "Projektleiter Survival Kit" samt Urkunde geht heute noch auf die Reise.

Wir bedanken uns
  •  bei all unseren Lesern, die so fleißig abgestimmt haben,
  •  bei allen, die die Aktion verbreitet und damit die Aktion so tatkräftig unterstützt haben.
  • Besonders danken wir natürlich auch den anderen Autoren, die ihre Geschichten mit uns geteilt haben. Ihr seid nicht vergessen, ein kleiner Anerkennungspreis ist auf dem Weg zu Euch.
Die Beteiligung zeigt uns, dass Geschichten in Projekten immer eine Rolle spielen. Interessante Projektgeschichten gibt es bestimmt noch viel mehr, und das Wissen, das darin steckt, will geteilt werden. Also sammelt Eure Erfahrungen, Beispiele und kleinen Projekt-Katastrophen für den nächsten Projektgeschichtenwettbewerb. Der kommt bestimmt.

Hier nochmal im Überblick das Abstimmergebnis und die einzelnen Geschichten:

1) Planungs-Party - Nadja Schröer-Petranovskaja     11 Stimmen (13%)

2) Was den Projektleiter aus den Latschen haute - Sabine H.   3 Stimmen (3%)

3) Jedermann - Christoph Schiele      4 Stimmen (4%)

4) Ein ganz normaler Tag - Jolanta Czagin    19 Stimmen (23%)

5) Der Kevin wird es schon richten - Oliver Knittel   45 Stimmen (54%)

Außer Konkurrenz lief die Geschichte von Dr. Eberhard Huber. Außer Konkurrenz deswegen, weil wir Optimierungspotenzial beim Terminmanagement während des Wettbewerbs entdeckt haben  :-) (Das war Beratersprech für "Er war leider zu spät dran…")

Auf www.OpenPm.info  starten wir in den nächsten Tagen eine Sammlung mit Erfahrungen über „gelebtes Projektmanagement“ eben so, wie es nicht im Handbuch steht, sondern aus der Erfahrung weitererzählt wird.

Unser Gewinner:
Oliver Knittel ist Gründer und Inhaber der insure-IT Assekuranz Consulting. Die Kunden schätzen sein tiefes Versicherungs- und IT-Wissen. Seine Versicherungs-Fachkompetenz hat er durch das Studium am Fachbereich Versicherungswesen und seine langjährige Erfahrung in der Versicherungsbranche erworben. Zusätzlich ist er auch „Fellow of the Chartered Insurance Institute“ (FCII) und „diplomierter eidgenössischer Versicherungsfachexperte“ (BVF). Seine IT-Kompetenz hat sich Oliver Knittel in vielen IT-Projekten und durch die Zertifizierung als Project Management Professional (PMP) erworben.

Kontakt
E-Mail:  o.knittel@insure-it.de

Montag, Juli 30, 2012

Die Abstimmung: Projektgeschichtenwettbewerb "Wo ist der Projektleiter"

So, hier sind die Geschichten, die uns erreicht haben,
mit Titel und Autor.

Um 13:00 geht die Abstimmung los, dann sind die Geschichten nachzulesen.

Ich finde sie wirklich Klasse und freue mich sehr über die Einsendungen :-)

Auf der rechten Spalte des Blogs ist die Abstimmung zu finden. Liebe Leser, bitte wählt bis zum 07.08.2012 Eure Lieblingsgeschichte aus!!!

1)  Planungs-Party - Nadja Schröer-Petranovskaja
2) Was den Projektleiter aus den Latschen haute - Sabine H.
3) Jedermann - Christoph Schiele
4) Ein ganz normaler Tag - Jolanta Czagin
5) Der Kevin wird es schon richten - Oliver Knittel

Projektgeschichte: Der Kevin wird es schon richten


Kennen Sie Hermann? Hermann war über 30 Jahre der Mister Softwareentwicklung in einem großen Konzern. Wieso "war" fragen Sie jetzt wahrscheinlich? Keine Sorge, Hermann lebt noch. Er entwickelt jetzt aber keine Software mehr, sondern nur noch das Obst und Gemüse in seinem Schrebergarten. Früher, ja früher konnte man ihn alles fragen. In seinen über 30 Dienstjahren hat er als Chefentwickler fast jedes Bit und Byte umgedreht. Er hat sich für die Firma manches Wochenende um die Ohren gehauen. Wenn irgendwer eine Frage hatte. Hermann wusste einfach alles und war so was wie eine wandelnde Programmdokumentation.

Doch dann kam der Kevin. Bis vor kurzem hat der Kevin noch studiert. Jetzt ist der Kevin Unternehmensberater in einer großen amerikanischen weltweit agierenden Beraterfirma, einem Global Player des Consulting-Business. Kevin haben sie als erstes in einen dunklen Anzug gesteckt. Als zweite Amtshandlung hat er in Hermanns Unternehmen eine neue globale IT-Strategie eingeführt. Der Kevin hat nämlich ausgerechnet, dass es viel besser ist, die IT outzusourcen. Das stand auch so in seinen hübschen Power-Point-Folien. Deswegen passte Hermann nicht mehr in die globale IT-Strategie und Kevin hat ihn mit 55 aufs Altenteil geschickt.

Den Job von Hermann macht jetzt der Rashid, der aber nicht mehr in Deutschland, sondern in Bangalore, Indien sitzt. Weil der Rashid natürlich nicht weiß, was er programmieren soll, braucht er eine exakte Vorgabe, auf der genau steht, was er machen soll. Und im Gegensatz zu Hermann, der sofort beim Fachbereich auf der Matte stand, wenn ihm etwas komisch vorkam, programmiert der Rashid es so, wie es in der Vorgabe steht.

Weil aber das, was der Rashid abliefert nicht mehr so gut ist, wie das von Hermann, hat der Kevin noch einmal nachgelegt und sich eine neue Teststrategie ausgedacht: Es gibt jetzt einen Test-Manager, einen Testautomatisierungs-Manager, einen Testkonfigurations-Manager, einen Test-Designer und die Mitarbeiter vom Fachbereich wurden zu ISTQB-zertifizierten Testern ausgebildet. Zu der Testtruppe gesellen sich noch zwei Test-Consultants aus Kevins Firma. Und weil es so komplex geworden ist und somit schwer ist den Überblick zu behalten, gibt es jetzt noch einen Chief Complexity Officer (CCO). Praktischerweise kam der auch gleich von Kevins Firma.

Der neue Software-Entwicklungsprozess läuft noch nicht so rund, wie der Kevin sich das gedacht hat. Der Fachbereich ist nicht wirklich glücklich mit der neuen Software und die Controller haben auch nicht viel Spaß an Kevins neuer IT-Strategie, weil sie jetzt mehr bezahlen als vorher. Der Kevin sagt dann immer, dass es noch Anlaufschwierigkeiten gibt, die Einsparpotenziale aber bald gehoben werden.

Da frage ich mich doch: War es wirklich so gut, den Hermann schon aufs Altenteil zu schicken?

 Oliver Knittel www.insure-it.com