Montag, April 14, 2014

Brasilianisches Projektmanagement - was ist denn das?

Nein, das hat gar nichts mit der anstehenden Fußballweltmeisterschaft zu tun....

Der Ausruf kam von einem gestressten Projektleiter bei einer Veranstaltung. Veranstaltungsprojekte haben es nun mal so an sich, dass Termine von allen Beteiligten zuverlässig eingehalten werden müssen. Wenn der Beleuchter einen Tag nach der Premiere erscheint, ist es nicht nur zu spät, sondern auch sinnlos. Die Akteure standen am Tag zuvor leider im Dunkeln....

Ganz so schlimm war diese Projektgeschichte nicht, aber es ging in die Richtung. Zum Konferenz-Start am Morgen waren 2 der eingeplanten 12 Helfer vor Ort. Mit Nervenstärke des Projektleiters und Improvisationsgeschick aller Anwesenden klappte schließlich doch was klappen musste. Die 75 Teilnehmer bekamen das meiste gar nicht mit, und die wenigen Unzulänglichkeiten wurden großzügig übersehen.

Fazit des Tages: es gibt ordentliches (deutsches) Projektmanagement, wo sich die Realität zum größten Teil an den Plan hält und es gibt improvisiertes ("brasilianisches") Projektmanagement, wo mit viel Geschick, Phantasie und unkonventiellen Ideen alle Planungsfehler ausgeglichen werden.

Warum das Projekt für diesen Stil schlussendlich brasilianisch = improvisiert formulierte, weiß ich nicht mehr. Aber es klang sympathischer als "das ist das komplette Chaos, wer hat denn das angerichtet ?!?!" 
Da bei den meisten Projekten das Ergebnis zählt (und da hatte das meiste geklappt), fand ich diese Art mit Unzulänglichkeiten in der Planung umzugehen gar nicht so übel :-) Man darf Fehler hin und wieder auch mal großzügig übersehen.

Was ja nicht heißt, dass die nächste Konferenz dieser Art wieder so ablaufen muss. Projektteams dürfen sich ja weiterentwickeln.....

Freitag, April 04, 2014

Wer beherrscht Ihr Projekt?

„Hey, ein Projekt beim neuen Arbeitgeber – und gleich mit soviel Verantwortung!“

Zwei hochmotivierte Frischlinge Maximilian K. und Johanna B. fingen beide vor kurzem als Projektmitarbeiter bei der Münchener Niederlassung der Knowlagefactory an. Knowlagefactory hatte sich zum Ziel gesetzt, das Unternehmen mit einer Wissensmanagement- und Collaboration Plattform auszustatten, um den Wissensaustausch und Vernetzung zwischen den Niederlassungen zu gewährleisten. Bis jetzt fehlte der Knowlagefactory eine einheitliche, unternehmensweite Lösung - und das sollte so schnell wie möglich geändert werden. Ein Unternehmen lebt schließlich von dem vernetzten Wissen und dem schnellen Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter.

Die Frischlinge sollten das Projekt leiten. Eine gute Wahl! Maximilian hatte als Wissensmanager und Kollaboration - Profi viel Erfahrung. Johanna als Projektmanager und Social Media Profi hatte das nötige methodische Wissen für Kommunikation und Projektmanagement.

Im Projektauftrag waren Ziele und klare Prioritäten formuliert – Userakzeptanz stand an der ersten Stelle. Die Plattform sollte einfach zu bedienen sein, die tägliche Arbeit von mehr als 300 Mitarbeitern unterstützen und für unkomplizierten Austausch untereinander sorgen. Die Münchner Niederlassung sollte als Pilotprojekt dienen, gefolgt von einem unternehmensweiten Rollout. Soweit so klar stand alles im Projektauftrag.

Das Projekt ist Neuland für die Knowlagefactory, aber nicht für Maximilian und Johanna! Voller Elan machten sich die beiden an die Arbeit und nahmen Kontakt mit anderen Niederlassungen auf, um sich einen ersten Überblick über die bisherige Arbeitsweise und Wissensaustausch zu verschaffen. Die Niederlassungskollegen zeigten großes Interesse an einer gemeinsamen Plattform

Da Maximilian und Johanna die Unternehmensabläufe noch nicht gut kannten, erstellten sie eine kurze Mitarbeiterumfrage, um die künftigen User in den Auswahlprozess miteinzubeziehen (Akzeptanz zu schaffen), die Wichtigkeiten der einzelnen Anforderungen zu bestimmen und somit das geeignete Tool für Knowlagefactory zu finden. Das Projektteam war hoch motiviert und freute sich auf eine spannende Aufgabe. Die zukünftigen User waren als Ideengeber und Unterstützer dabei. Stakeholder von der besten Sorte.



Die kalte Projektdusche kam ganz überraschend in Form einer Email: Die Knowlagefactory – Leitung habe sich bereits für eine „geeignete“ Lösung entschieden – es sei nicht mehr notwendig sich mit Anforderungen und Umfragen zu beschäftigen. Außerdem sei soviel Kommunikation zum jetzigen Zeitpunkt quer durch alle Niederlassungen Zeitverschwendung. Es reicht, wenn zum Rollout alle Betroffenen informiert werden. Das Projektteam darf ab sofort implementieren, damit das Projekt nach vorne kommt! Maximilian und Johanna verstanden die Welt nicht mehr...

Und das war der Hintergrund der Entscheidung, den Projektleitern die Führung ihres Projektes abzunehmen: Die Unternehmensleitung hatte schon längst ein sehr günstiges Angebot über 300 Lizenzen von einem befreundeten Hersteller bekommen. Darum war das Projekt gestartet worden, was nicht kommuniziert worden war. Dieses versteckte Ziel beendete den Auswahlprozess. Gegenargumente der beiden Projektleiter und Widersprüche zu den bereits bekannten Anforderungen wurden vom Auftraggeber nicht akzeptiert.

Die Versuche von Johanna und Maximilian, die Bedenken „nach Oben“ zu äußern, scheiterten: man verstehe die Bedenken nicht – das Projektteam wurde höflich gebeten sich mit der Auswahl zu arrangieren und die User ebenso möglichst schnell von der Wahl zu überzeugen.



Maximilian und Johanna begleiteten nun mit gemischten Gefühlen „das Anfang vom Ende“ – Ein Projekt, das höchstwahrscheinlich zum scheitern verurteilt ist, da das günstige Angebot wichtiger schien, als der Nutzen einer geeigneten Lösung für das gesamte Unternehmen. Die Userakzeptanz, einfache Bedienbarkeit, Arbeitserleichterung für über 300 Mitarbeiter wurden ignoriert. Knowlagefactory wollte ursprünglich eine Plattform schaffen, um Wissensaustausch im Unternehmen zu ermöglichen, dabei vergaß das Unternehmen, auf Wissen der eigenen Mitarbeiter zurückzugreifen und aus den Erfahrungen vieler ähnlicher gescheiterter Projekte zu lernen. Wie das Projekt ausgehen mag ? Wie so viele Projekte eben. Es wird umgesetzt und eine Lösung installiert. Das eigentliche Problem (unzureichende Wissenskommunikation) bleibt bestehen, auch wenn niemand mehr darüber spricht. Das Gefühl der Resignation macht sich breit. Auch das kennen viele Projekte.

Aus den Betroffenen die Beteiligten machen – die Verantwortung für eine Veränderung an die Mitarbeiter zu übergeben – das fordert Vertrauen in ihr Potential und ihr Wissen. Es erfordert den Mut, neue Wege zu gehen – sichert aber langfristig Wachstum, stetige Weiterentwicklung und schlussendlich auch wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. 



Entscheider planen oft nach harten wirtschaftlichen Kennzahlen („das günstigste Angebot zählt“) und vergessen dabei die Menschen, die diese Veränderungen tagtäglich tragen und umsetzen werden. Eine scheinbar kleine Veränderung in einer Organisation lässt sich nur von oben aus durchsetzen, wenn sie von allen Beteiligten verstanden, akzeptiert und schlussendlich gelebt werden kann. Entscheidungen, die nur nach nach Kennzahlen und Fakten getroffen werden und die die nicht messbaren Kriterien außer Acht lassen , bringen nur eine kurzfristige „Verbesserung“ aber keine erfolgreiche, dauerhafte und tiefgehende Veränderung, die von so vielen Unternehmen angestrebt wird.

Und dafür, finden wir, sind Wissensmanagement-Projekte im Stil der Knowlagefactory einfach zu teuer. Ziel verfehlt. 



Mehr über die richtige Auswahl von Projektzielen finden Sie bei INSiRA.


Donnerstag, März 20, 2014

Beraterkompetenzen im Projekt: Kann ich hellsehen?

Unser Projektzitat der Woche: "Sie müssen wissen, dass ich das möchte, Sie sind doch Berater!" von einem entrüsteten Projektmanager, der Anforderungen umgesetzt haben wollte, die er vergaß zu kommunizieren :-)

Manchmal wird von einem Berater im Projektmanagement ja wirklich viel verlangt. Als Rund-Um Betreuer für sein Projekt stehen wir ja auch gerne zur Verfügung. Es gibt fast keine Anforderung, die wir nicht umgesetzt bekommen. Bis auf die eine Ausnahme: wenn wir nichts davon erfahren, können wir auch nicht umsetzen.

Nachdem der oben erwähnte entrüstete Projektmanager sich wieder etwas beruhigt hatte, verstand er das sogar.
Fazit: Anforderungen ohne klare Kommunikation sind sinnlos.


Mehr dazu am 11. April: http://www.ebh-muenchen.de/insira/

Montag, Februar 03, 2014

Wo stehen denn Ihre Projekte?

Die Tür geht schwungvoll auf: „Guten Morgen Herr Bostel, wie steht´s denn mit dem laufenden Projekt?“ tönt Herr Kalm energisch. Alle Köpfe drehen sich ihm zu. Da sitzt ein ganzes Team in Bostels Büro. Kaffeetassen auf dem Tisch, dazu Frühstücksgebäck und schlimmeres. Obst in einer Schale. Ein Blumenstrauß am Fenster. Herr Bostel hatte gestern übrigens Geburtstag. Herr Bostel runzelt die Stirn: „Wir haben gerade unsere Projektrunde, um mit der Testphase zu starten. Ansonsten gibt es seit gestern Abend nichts Neues. Wollen Sie dabeibleiben, Herr Kalm?“ „Nein danke, zum frühstücken habe ich keine Zeit. Melden Sie sich, wenn die Testergebnisse vorliegen.“ „Schon wieder!“, seufzt das Team kollektiv und es dauert eine Weile, bis das unterbrochene Meeting fortgesetzt werden kann. Ganz fertig wird das Team heute nicht, einige Themen bleiben unbesprochen, die Unterbrechung hat mehr Zeit und Konzentration gekostet, als erwartet. Obwohl alle schon immer Pufferzeiten für Kalm´sche Unterbrechungen einplanen. Die Projektleiter haben Erfahrung. 
So geht das fast jeden Tag, bei jedem Projekt.

„Was macht eigentlich Herr Bostel den ganzen Tag?“ Herr Bostel ist Projektleiter bei einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen und verantwortlich für die Umsetzung von Kundenprojekten. Derjenige, der sich das fragt, ist Her Kalm, der Chef von Herrn Bostel. Herr Kalm möchte wissen, wie weit das Projekt ist, an dem Herr Bostel gerade arbeitet. Wenn es in Verzug ist, muss er den Kunden informieren, wenn die Auslieferung kurz bevor steht, erst recht. Außerdem kann dann die Schlussrechnung gestellt werden. Das ist nicht nur für Herr Kalm wichtig. Es gibt zwar einen Statusbericht des Projekts, aber der ist schon 3 Tage alt.

Führen von Projektleitern ist anstrengend, findet Herr Kalm.

Herr Kalm, wann haben Sie Zeit, strategische Entscheidungen in Ihrem Bereich vorzubereiten und zu treffen? Wie finden Sie die Ruhe, Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter zu definieren und umzusetzen? Wie behalten Sie den Überblick über die vielen Detail-Informationen und Entscheidungen, in die Sie involviert sind? Welche Art von Entscheidungen treffen Sie (alle?) und welche treffen Ihre Projektleiter (gar keine?) Halten Ihre Projekte den Plan ein? Wie hoch ist die Fehlerquote? Sie glauben, die Fehlerquote wäre noch höher, wenn Sie da nicht so dahinter her wären und jederzeit eingreifen könnten?

Lieber Herr Kalm, um jederzeit eingreifen zu können, haben Sie erfahrene Projektleiter, deren Aufgabe unter anderem genau das ist.

In der Nachbar-Abteilung läuft das anders. Herr Spring bespricht mit seinen Projektleitern beim Projektstart den Auftrag und die möglichen Risiken. Dann macht der Projektleiter eine Planung und legt los. Spätestens nach 4 Wochen kommt der erste Statusbericht. Wenn der Projektleiter das vergisst, erinnert ihn Herr Spring daran. Wenn Herr Spring das vergisst, erinnert ihn der Projektleiter. Wenn Risiken auftauchen, meldet sich der Projektleiter sofort und Herr Spring hat sofort Zeit. Der Projektleiter bringt einen Vorschlag mit, die Entscheidung wird bei Bedarf gemeinsam getroffen. Die Details überlässt Herr Spring dem Projekt.

Die Führung guter Projektleiter ist einfach, findet Herr Spring.

Herr Kalm und Herr Spring nutzen die gleichen Methoden und Prozesse für die Projekte in Ihrem Bereich. Trotzdem gibt es Unterschiede im Ergebnis. Herrn Springs Projektleiter arbeiten schneller und effizienter, sie werden nämlich nicht so oft gestört. Sie wissen, bei welcher Art von Problemen sie ihren Chef informieren müssen.

Um was geht es also?

1) Fordern Sie von Ihren Projektleitern regelmäßig einen Bericht über den Status des Projektes an. Lesen Sie ihn auch. Fragen Sie nach bei Unklarheiten. Und nur dann.

2) Setzen Sie Rahmenbedingungen: klare Prozesse und Vorgaben. Halten Sie sich daran. Dann halten sich auch Ihre Projektleiter daran.

3) Lassen Sie Ihre Projektleiter in Ruhe arbeiten. Dann kommen Ergebnisse.


Freitag, November 22, 2013

Wind of Change



Was in Change Projekten oft vergessen wird


Ein neuer Projekttag fängt gegen 8:30 unter dem Motto „Stau“ an: Autobahnstau auf dem Weg ins Büro, Stau vor der Kaffeemaschine, Papierstau im Multifunktionsdrucker, Stau vor dem Projektleiter Büro und Kampf um einen Termin – hat er schon wieder seine Termine doppelt und dreifach vergeben?…der normaler Wahnsinn.
Doch kurz nach 9 Uhr entspannt sich langsam die Lage und alle wissen wieder, was zu tun ist. Das Projektteam geht an seine Aufgaben routiniert heran: das Rollout Team plant die nächsten Standorte aus – wer wann umgestellt wird, wer bekommt ein Softwareupdate und wer erhält noch einen neuen PC dazu. Das PMO verteilt die Aufgaben für die kommende Woche, prüft Budget und Einsatzplanung. Das Kommunikationsteam erarbeitet FAQs, passt das unternehmensweite Kommunikations-Konzept und auch schnell mal die Strategie an. Irgendwer schreibt neuen Intranet Artikel: „Bald arbeiten wir alle mit neuen und stabilen Betriebssystem“ – nach dem Motto „User in Change Prozess miteinzubeziehen“. Alles durchgeplant und standardisiert – es ist ja nur ein neues Betriebssystem für 5000 Clients. Dahinter stehen 5000 Mitarbeiter…
Noch einen Schluck Kaffee und ran an die Mails. Wie immer – zuerst sind diejenigen mit „Wichtigkeit hoch“ an der Reihe. Eine Betreffzeile zu „Ungerechtigkeit verhindern“ zerstört meine durchaus strukturierte Arbeitsweise:

…..

aufgrund des Windows 7 Rollouts und natürlich auch aufgrund des Alters meines momentanen Laptops wird dieser getauscht.
Nun meine Frage, was geschieht mit meinem treuen Wegbegleiter?
Nur weil er in die Jahre gekommen ist sollte man ihn nicht abschieben… ihn nicht selbst seinem Schicksal überlassen, indem er in einem dunklen Keller
in einem Gitterkäfig zwischen allerlei Krabbelgetier und Kartons sein Dasein fristet oder im schlimmsten Fall vielleicht einfach in Vergessenheit gerät…
Wäre es möglich Ihn vor diesem Schicksal zu retten? Ich würde mich weiterhin sorgsam um Ihn kümmern, Ihn hegen und pflegen bis seine kleinen Kondensatoren und
Platinen irgendwann nicht mehr so können wie sie sollten und ich Ihn dann in die Betreuung von Wall-E geben könnte… welcher sich wahrscheinlich voller Liebe und Hingabe um Ihn kümmern würde…
Betreuungsgeld wäre natürlich in Form einer einmaligen Ablöse vorhanden, nur die Höhe der Ablöse müsste man mir ggf. mitteilen.

…..

Zugegeben, ich musste zwei Mal lesen… Alle Prozesse sind doch längst definiert und das Vorgehen den Usern mitgeteilt: Daten werden gesichert, ein neuer Laptop wird angeliefert und durch die Techniker vor Ort konfiguriert, die gesicherten Daten wieder aufgespielt. Der Altrechner wird anschließend von einem Dienstleister abgeholt und nach Konzernsicherheitsrichtlinien entsorgt – Thema erledigt, nächster User… Es gibt keinen Grund vom Standardprozess abzuweichen und solche Verhandlungen mit einzelnen Usern überhaupt anzufangen – sonst werden wir nie fertig!
Für die Verfechter der standardisierten Vorgehensweise ist das ganz klar.
Und trotzdem:
Nach etwas Aufregung und dem Schmunzeln, das diese Mail mit sich brachte wurde dann doch eine ganz individuelle Antwort formuliert:

……….

vielen Dank für die Anfrage zur Abwicklung des Altrechners
Gerne würden wir Wall-E und Eve eine Chance geben und Ihnen den Rechner vertrauensvoll überlassen.
Ich befürchte nur – der Neid der Kollegen würde die Wächterdrohnen auf den Plan rufen und die Gleichbehandlungsparolen an die LED Wände würden unsere Pläne durchkreuzen.
Zudem müssen wir noch etwas auf das zur Realisierung notwendige Raumschiff zur Evakuierung der Erde warten – und die Technologie schreitet ja bis dahin noch etwas voran.
Deshalb führen wir im Rahmen des Windows 7 Rollouts ein sog. Refurbish der Hardware durch.
Die Hardware wird durch unseren Rolloutdienstleister aufbereitet und wir erhalten hierfür einen gewissen Obulus für die durch den Dienstleister übernommene Hardware.
Wall-E wird sich also noch etwas gedulden müssen –vielleicht können wir die Idee mit Windows 12 nochmals aufgreifen.

……..


Selbst ein  „Standard-“ Change Projekt kann bei jeden Betroffenen – Oh Schreck - GEFÜHLE auslösen – und auch noch solche, auf die wir nicht vorbereitet sind oder die im standardisierten Projektprozess nicht vorgesehen und beschrieben worden sind.
Manchmal müssen wir einzelne Menschen anders abholen - außerhalb des Standardprozesses -  um die allgemeine Akzeptanz für die Veränderung im Unternehmen zu schaffen und zu erhöhen.
Die Veränderung soll für alle verständlich und akzeptabel sein. Das heißt eben manchmal eine individuelle Mail zu schreiben statt auf die vorformulierte Vorlage zurückzugreifen. Zum Beispiel.
Es sind die kleinen Schritte, die die Staus im Projekt reduzieren …

Autor: Jolanta Czagin (@wowolek)

Dienstag, Oktober 08, 2013

Projekte wären so klasse - wenn man nicht dauernd Entscheidungen treffen müsste ?!?

Mal ehrlich, das schönste am Projektleiterdasein ist doch, dass man bestimmen darf, wo es lang geht und die Entscheidungen für das Projekt treffen kann. Der Projektleiter gibt die Richtung vor und das Team setzt um. Klasse. Soweit, so theoretisch.

Im wirklichen Leben habe ich Projekte erlebt, in denen zum Beispiel die wichtigsten Entscheidungen permanent durch den Auftraggeber getroffen wurden. Das hätte er nicht tun sollen, schon klar. Das hat ihn aber nicht interessiert und der Projektleiter hat viel Zeit und Nerven damit verbracht, mit diesem Entscheidungsverhalten klar zu kommen und das Projekt "trotzdem" noch zu leiten. Nicht immer ganz glücklich.
Oder ein anderes Projekt zum Beispiel. Da trifft der Projektleiter grundsätzlich alle Entscheidungen. So weit so gut. Leider ohne sich rechtzeitig über die Auswirkungen seiner Entscheidungen mit dem Projektteam abzustimmen. Die hätten noch die ein oder andere Alternative in petto gehabt, die vielleicht Ressourcen gespart hätte. Selten ist offenbar vorher Zeit, sich bei komplexen Themen im Projekt mit allen Beteiligten abzustimmen. Die Zeit, die man hinterher braucht, um Fehlentscheidungen auszubügeln muss man sich dann eben nehmen.

Ich habe gestern (07.10.2013) eine Methode kennengelernt, die das Projektleiterleben in dieser Hinsicht etwas einfacher machen kann: "Systemisches Konsensieren". Wenn man sich erst mal an den Namen der Methode gewöhnt hat, entdeckt man, dass sie einiges an guten Projektleiter-Prinzipien mit einem konsensorientierten Vorgehen zur Entscheidungsfindung vereint.

Dahinter steht das Prinzip, dass man die Entscheidung bevorzugt, die bei allen Beteiligten den geringsten Widerstand hervorruft. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass man es sowieso nie allen recht machen kann. Dann also die Variante wählen, die die wenigste Ablehnung hervorruft. Also stimmen die Beteiligten ab:
Die Abstimmung erfolgt auf einer Skala von 0 – 10 Widerstandsstimmen (W)
0 W-Stimmen bedeutet: ich habe keinerlei Widerstand
10 W-Stimmen bedeutet: dieser Vorschlag ist für mich unannehmbar
Die Werte dazwischen werden beliebig für den zweitliebsten, drittliebsten…… usw. Vorschlag vergeben.

Damit bekomme ich im Projektteam ein klares Bild zu den Vorschlägen. Und auch, diejenigen, die gerne erstmal gar nichts sagen um dann evtl. hinterher gute Gründe gegen die getroffene Entscheidung anzuführen, werden von vornherein miteinbezogen. Jeder muß seinen persönlichen Widerstand zu den vorgebrachten Vorschlägen messen.
Ein klarer Kommunikationsvorteil für die Methode. Und der versierte Ingenieur weiß, dass man Widerstände, die man messen kann, auch ganz gut berechnen kann. Also wird nach der Messung ausgewertet und der Vorschlag mit dem geringsten Widerstandswert gewinnt.

Damit habe ich als Projektleiter auf sachlicher Ebene alle Meinungen eingeholt, die Vorschläge bewertet und eine Basis geschaffen, mit der alle "leben" können.

Wer mehr erfahren möchte:

Hier ist ein Web-Talk
von Christiane Wittig, einer Expertin im Systemischen Konsensieren und mir,
in dem wir die Anwendbarkeit für Projekte erläutern und testen.


Mehr über die Methode an sich gibt es hier.

Freitag, September 13, 2013

Frauen im Projektmanagement - Gibts da was zu diskutieren?



Es ist soweit - das Thema bekommt tatsächlich eine Bühne.
und zwar am 17.10.2013, 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr:
Frauen im Projektmanagement
Es wird eine "Referierte Diskussion" als Veranstaltung der GPM-Region München.


Diskussionsleitung:
Claudia Bretzke, Darmstadt,
Sigrid Hauer, EBH GmbH, München,
Prof. Dr. Yvonne Schoper, Mitglied des Vorstands der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.

Ort: Haus des Deutschen Ostens, 81669 München, Am Lilienberg 5, Raum 204 (Nähe Rosenheimer Platz)
"Der Anteil der Frauen im Projektmanagement nimmt kontinuierlich zu. Studien zeigen, dass heterogene, gemischte Team weitaus innovativer, produktiver und erfolgreicher sind als homogene Gruppen. Doch Frauen arbeiten, kommunizieren und führen anders als Männer. Dies führt immer wieder zu Spannungen und Konflikten in Projektteams.

Daten und Fakten aus Deutschland und dem Ausland sollen zusammen mit persönlichen Erfahrungen sowohl der Moderatorinnen als auch der TeilnehmerInnen dieses spannende Themenfeld beleuchten."


Moderation: Ulrich Lein

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bitte melden Sie sich unter http://www.gpm-ipma.de/ueber_uns/regionen/muenchen.html an.

Dienstag, Juli 30, 2013

Druckfrisch: Eine Anleitung für Projekte und Humor

Endlich ist es da :-)
Ganz frisch beim GABAL-Verlag erschienen: "Die besten Ideen für mehr Humor".
Ein Buch voll interessanter Aspekte, warum Humor wichtig ist in unserer so ganz ernsthaften Arbeitswelt.
 
Die Projektgeschichten sind auch dabei mit einem Beitrag zu Projektmanagement mit Wertschätzung und Humor.

... „Machen Sie es einfach so, dass es das Ziel erreicht wird. Zieldefinition für Projekte? Dafür haben wir keine Zeit. Alle wissen was zu tun ist.“ Solche Sätze von Projekt-Auftraggebern sind es, die die einen zum Lachen und die andern zum Weinen bringen können....
Wir haben ein paar unserer Projektgeschichten auf ihr Humorpotential untersucht und die schönsten Tipps zusammengefasst, wie Projekte mehr Spaß bringen.
 

Und Hier gehts zum schnuppern :-)

Montag, Juli 08, 2013

Emil der Projektheld erklärt Projektmanagement


Es gibt neues von Emil, unserem Projekthelden. Diesmal bei den Kollegen von Explainr. 

Emil lernt und erzählt anschaulich und unterhaltsam, was es über Projektmanagement zu wissen gibt. 

Mehr Infos findet Ihr hier: http://www.explainr.de/storytelling-im-projektmanagement/
Wir freuen und über unsere Projektgeschichte bei Explainr ;-) Meldet Euch an, es lohnt sich, mit Emil auf Projektabenteuer zu gehen.

Freitag, Juli 05, 2013

Frauen im Projektmanagement - na und?

Bisher bin ich dem Thema meistens ausgewichen, doch vor kurzem lief es mir vor die Füße: Frauen im Projektmanagement.
Na und? das war mein erste Gedanke.
Doch dann fielen mir einige Sätze und Geschichten ein, die ich im Laufe der Zeit so gehört hatte.

"Wenn Frauen im Team sind, ist die Stimmung zum Arbeiten viel besser", so ein Kollege aus der IT-Projektwelt. "Aha", dachte ich da, "das ist also auch im 21. Jahrhundert noch so bemerkenswert und offenbar nicht selbstverständlich."

Ja, wo sind sie denn, die Frauen im Projektmanagement?
Im PMO? Projektmanagement-Office besetzt mit netten Assistentinnen und damit das Thema PMO komplett falsch verstanden? In vielen Projekten ist das so und wird von den Unternehmen auch so gelebt.

Das gibt es jedoch auch: ich erlebe kompetente und energische Projektleiterinnen, die tolle Arbeit machen und das Team gut führen. Ich bin beeindruckt von der klaren Struktur, Konsequenz und sachlichen Art, mit der auch in stressigen Zeiten mit schwierigen Themen umgegangen wird. Tolle Vorbilder, finde ich. Und dann passiert es, dass sie sich an entscheidender Stelle so schlecht darstellen (also "Verkaufen"), dass sie sich und dem Projekt gar keinen Gefallen tun.

Ist "Frauen im Projektmanagement" tatsächlich ein schwieriges Thema, es ist mir bisher nur nicht so aufgefallen? Werden Frauen unterschätzt (ich glaube, ja)? Warum ist das wichtig, darüber zu sprechen? Sollte es nicht egal sein, ob Mann oder Frau ein Projekt leitet?

Also, was gibt es zu dem Thema Eurer Meinung nach zu sagen?

Übrigens, auf dem GPM-Regionaltreffen in München wird es im Oktober einen Abend mit Vorträgen und Poduimsdiskussion geben. Details folgen demnächst.

Dienstag, April 23, 2013

Die Blogparade von Reichweite ....

Da gab es einen Aufruf zur Blogparade, dem ich nicht widerstehen konnte. Die geschätzte Storytelling Kollegin Caroline Kliemt (@reichweite) hat eine Bloparade zum Thema Stroytelling gestartet. Viele, bunte, unterhaltsame und sehr unterschiedliche Aspekte sammelt sie da:
http://www.reichweite-beratung.de/storytelling-in-neuen-kontexten-blogparade/

Da bin ich auch gerne dabei, diesmal in Wort und Bild.

Dienstag, April 16, 2013

Emil, Emilbert und das Porzellan oder "wie wird man Experte"?


(Projektgeschichten und was man daraus lernen kann)

Emil und Emilbert waren Elefanten. Emilberts größter Traum war es, mit Porzellan zu arbeiten. Das sagte er jedem, den er traf. Feine weiße Tassen, zierliche Schalen, elegant geformte Teller – das war die Welt, die ihn interessierte und seine große Leidenschaft, wie er gerne erzählte. Er fühlte sich zum Porzellanfachmann berufen.

Emil staunt über Emilbert: „Erklär mir doch mal, wie man mit Porzellan arbeitet.“ Ermilbert erzählte ja so gerne, dass er alles über Porzellan wusste, nur was er genau wusste, erzählte er nie. „Sein Wissen darf man nicht einfach so verraten.“, erklärte er, „Ich bin anerkannter Porzellanfachmann.“ „Geht das denn, einfach so?“ staunte Emil. „Klar, das ist außerdem ein ganz großes Projekt.“, führte Emilbert bedeutungsschwer aus. Emil staunte. Projekte interessierten ihn ja. Er beschäftigte sich gerne damit, aus etwas großem, komplexem, unübersichtlichem etwas strukturiertes, durchschaubares und durchaus immer noch großes zu machen. Ihm gefiel das, und groß passte zu Elefanten, fand Emil. Beim Porzellan war er sich nicht ganz sicher. Emil beschloss, alles über Projektmanagement zu lernen, was ihm in die Finger kam.

Emilbert hingegen beschloss, Porzellanfachmann zu sein. Nach einigem Suchen fand Emilbert auch eine Werkstatt, die bereit war, es mit ihm zu versuchen. So begann seine Porzellan Karriere. Er hatte die Verantwortung für einen wichtigen Teil der Werkstatt und ganz klar wurde im erklärt, was seine Aufgaben waren. Emilbert war einverstanden. Und er war sehr stolz, nun dazuzugehören. Am ersten Tag ging alles ganz wunderbar. Die Kollegen in der Werkstatt waren froh, jemanden gefunden zu haben, der so stark war. Den ganzen Tag verbrachte Emilbert damit, das Lager aufzuräumen, schwere Säcke voller Sand und Quarz zu stapeln und überhaupt, in der Werkstatt Ordnung zu schaffen. Er hatte einige gute Ideen und die Kollegen waren froh, dass er sich kümmerte. Paletten stapelte er aufeinander, Kisten hob er in hohe Regale, vieles brachte er an seinen Platz. Sein Talent kam richtig gut an. Und Emilbert freute sich und fühlte sich als echter Porzellanfachmann. Also wollte er am 2. Tag endlich dorthin, was er für das Herz der Werkstatt hielt. Schließlich war er Fachmann. So stürmte er voller Elan am nächsten Morgen durch die Tür des Lagers hin zum Produktionsraum. In seinem Schwung übersah er das Regal rechts neben der Tür. Die Tür flog auf, in das Regal. Das Regal flog um und die neuesten Entwürfe von Tassen und Tellern flogen auf den Boden. Es war ein unbeschreiblicher Lärm. Voll Schreck sah er sich um und riss den Werkstatt-Tisch mit sich. Und mit dem Tisch landeten die neuesten Entwürfe kostbarer Vasen bei den Scherben der Teller und Tassen aus dem Regal. Wieder ein unbeschreiblicher Lärm.

Alle Kollegen um ihn herum erstarrten vor Schreck. Die Arbeit eines ganzen Jahres war verloren. Als die letzte Scherbe auf dem Boden lag, wurde es ganz still. „Emilbert, was ist nur in Dich gefahren? Hast Du eine Idee, wie du das wieder in Ordnung bringen kannst? Du solltest Dich doch um das Werkstatt Lager kümmern.“ Emilbert antwortete nicht. Leider. Er drehte sich um und ward fortan in der Porzellanwerkstatt nicht mehr gesehen.

Später hörte man, dass er nun Fachartikel über Porzellan verfasste. Er forderte unzerbrechliches Porzellan.

Emil hingegen bekam sein erstes großes Projekt. Ein Zoo wollte Elefanten-Badewannen konstruieren. Ganz groß und aus Porzellan. Emil begann zu planen.

Wie er plante und was er über Projektmanagement lernte, davon demnächst mehr.
 

Übrigens...eine Bemerkung in eigener Sache....

Mittwoch, März 27, 2013

Projektzitate - die besten Schlauberger-Sprüche

Hier ist die Sammlung der "best of .." in der Kategorie  „Schlauberger-Sprüche“

In unserer Sammelaktion zu den besten Projektzitaten gab es die folgenden unvergleichlich schlauen Sprüche. Danke an alle Schlauberger, die mitgesammelt haben ;-)

Spitzenreiter:
  • Bei mir ist alles „grün“. (@pottason)

Und weiter geht es mit ....
  • Wir haben keine Probleme. Wir haben Herausforderungen! (@tural)
  • Gerate so früh wie möglich in Verzug! Dann hast du mehr Zeit, den Rückstand aufzuholen! (Heinrich Unger)
  • Wer glaubt, dass Projektmanager Projekte managen, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. ( Anonym)
  • Testen ist nur für Feiglinge. (@falkschmidt)
  • Techniker: „Es geht um…“ Projektleiter: „Das interessiert mich nicht, wann kannst Du mir das Ergebnis liefern?“ (Anonym)
  • 2 weeks of testing? I thought you are professional. (@guntrambechold)
  • Sie müssen sich entscheiden, ob Sie Angestelter der Firma sind oder Mitglied des Projektteams. (@esentri)
  • Jedes Ding hat drei Seiten: 1. Deine, 2. Meine und 3. Die, die wir nicht kennen. (www.ralf-blodig.de)

Donnerstag, März 07, 2013

Projektgeschichten zum Weltgeschichtentag

Liebe Projektleiter und Co, 

sicher habt ihr den Weltgeschichtentag in Euren ohnehin schon ziemlich vollen Kalendern ganz dick rot markiert. 


Dieser hat nämlich am 20.03.2013 sein 10. Jubiläum.

Vor Kurzem habt ihr bei unserem Projektgeschichtenwettbewerb bewiesen, dass ihr genug spannende Stories aus dem Projektalltag zu erzählen habt. Zum Weltgeschichtentag erhöhen wir die Herausforderung und den Spaß, indem wir die neusten Projektgeschichten in melonengrüner Atmosphäre live erzählen.


Auch wir haben ein lang gehütetes Projektgeschichtengeheimnis zu lüften. Zum ersten Mal erzählen wir unsere INSIRA Story. 

Wir nehmen euch mit auf eine Hubschrauberreise über die Projektinsellandschaft… Schnallt euch an!

Getreu nach dem Motto: „Jede Projektgeschichte hat drei Seiten: 1. Deine, 2. Meine und 3. Die, die wir nicht kennen“, begrüßen wir euch am 20.03.2013 von 18:00 bis 20:00, in unserem Büro in München. Melde dich bis zum 19.03.13 hier an.