Montag, Februar 13, 2017

In Geschichten denken - So geht Business Storytelling

Das Geheimnis wirklich guten Storytelling ist „Zuhören Können“ – die wirklich wichtigen Dinge erzählen Kunden anhand von Erfahrungsberichten und Beispielen aus ihrer eigenen Welt. Diese Fakten, verpackt in Geschichten, bringen ein Unternehmen schneller voran als alle rationalen Analysen.
In Geschichten, die Kunden über Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung oder Ihr Projekt erzählen stecken Informationen über versteckte Wünsche, verborgenen Konflikte oder ganz neue Anforderungen an Ihr Unternehmen. Wenn Sie also etwas Neues über ihre Kunden, Projektpartner, Teammitglieder oder Zielgruppen erfahren wollen, ermuntern Sie sie zum Geschichten erzählen.

So weit, so anschaulich. Nur: der Plan ist gut, aber wie geht das mit der Umsetzung?

In unserem legendären Storytelling Workshop am  arbeiten wir genau daran:
  • Wie erkläre ich in Geschichtenform?
  • Welche Bilder sind passend für meine Botschaft?
  • Wie baue ich meine eigene Geschichte aus einer Idee?
Bringt Eure Ideen für Stories mit und wir verpacken sie gemeinsam in inspirierte Geschichten für Euer Projekt / Eure Business - Idee oder was immer Ihr  sonst noch über Euer Business erzählen wollt.

Hier ist der Termin und die Anmelde-Möglichkeit

Montag, Februar 06, 2017

Geschichten brauchen Helden. Und der Alltag?

Geschichten leben von Spannungsbögen und dramatischen Verläufen. Der Held löst das Problem, rettet die Welt oder die Prinzessin oder etwas anderes, ja nach Geschichte. Er (oder sie) „trägt“ die Geschichte.
Wir identifizieren uns mit ihm (oder ihr) und wollen die Beweggründe des Helden verstehen. Warum hat sie das gemacht? Was brachte ihn zu einer bestimmten Entscheidung? Wie hat sie kritische Situationen eingeschätzt und warum genau so und nicht anders?

Als „soziales Konzept“ richten wir unsere Aufmerksamkeit gerne auf den Helden einer Geschichte. Je glaubwürdiger und klarer beschrieben, umso leichter fällt uns das. Das sind wir gewohnt und es ist vielfach so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr merken. Nur wenn ein Held an einer Stelle nicht verfügbar ist, wo wir einen erwarten, wird uns die Bedeutung manchmal bewusst.

Helden machen Geschichten anschaulich, spannend und geben oft der Geschichte mit der Helden-Persönlichkeit eine innere Logik mit. Wir mögen das. Indem wir mit dem Helden mitfiebern, erkennen wir einen „tieferen Sinn“ in der Handlungsweise des Helden. Da unser Gehirn nur Sachen mag, deren Sinn es erkennen kann, ist das ein ganz wichtiges Konzept für die Wirkungsweise von Geschichten.

Das wirkliche Leben fühlt sich oft anders an als das „erzählte Leben“. Da spielen Helden viel seltener eine Rolle. Es gibt sie nicht so oft und sie tragen selten ein ganzen Drama aus. Zumindest nicht im Alltags-Business und im Alltags-Projekt bzw. im Projektalltag.
Im Arbeitsalltag kommt es darauf an, dass wir „unseren Job machen“, und zwar so gut und zuverlässig wie möglich. Und vieles davon ist Routine. Nicht sehr heldentauglich.

Andersherum: Das Leben von James Bond und Indiana Jones besteht nicht aus einer dauerhaften 38-Stunden Woche mit Abenteuern, die sie Stück für Stück in 1,5 Stunden Kinofilmlänge absolvieren.  Machen sie nicht. Was machen sie dann? Aber es scheint niemanden zu interessieren, was sie in der Zeit zwischen den Abenteuern so machen. Buchhaltung? Steuererklärung? Zimmer aufräumen? Wäsche waschen? Haben wirkliche Helden überhaupt einen Alltag? Einen nicht-heldentauglichen Alltag? Interessiert uns das so genau?

Eines meiner Lieblings-Bilderbücher ist von einem britischen Autor (Raymond Briggs) und hat den Titel „Was macht der Weihnachtsmann im Juli?“. Eine wunderbare Geschichte, die einen allseits bekannten und beliebten Helden (den Weihnachtsmann) außerhalb der Saison und auch mal schlecht gelaunt und genervt zeigt. Er macht übrigens Urlaub in Frankeich. Ganz alltäglich also: Er erholt sich. Indiana Jones hält Vorlesungen und James Bond macht wahrscheinlich die Spesenabrechnung.

Helden können uns also ein ganz falsches, weil unvollständiges Bild vermitteln.
Die Projektkrise, die der Projektmanager heldenhaft meistert und damit sein Projekt “rettet“ ist also bestenfalls die Ausnahme und hoffentlich nicht der Alltag. Erzählt wird aber die Ausnahme und nicht der Alltag, weil wir von dem Abenteuer des Projektleiters ja lernen wollen.

Der Held wird in dem Moment zum Held, wenn wir etwas von ihm lernen. 
Das kann manchmal für den Held ganz undramatisch sein, aber  für uns löst es ein Alltagsproblem, das uns gerade aufhält. Der Kollege vom IT Support, der eine verfahrene Situation mit meinem Rechner im Handumdrehen löst, ist in dem Moment für mich "ein Held" in einem ganz individuellen Alltagsdrama. Für ihn ist es Routine.

Fazit: Projektleiter sind keine Helden im Dauereinsatz, sondern sie machen ganz routiniert einen Job. Und für andere sieht es hin und wieder so aus, als wären sie Helden dramatischer Abenteuer. Alles eine Frage der Perspektive.

Das ist der Grund, warum ich auf Helden im Business Storytelling nicht verzichten kann. Je nach Perspektive ist die Story für den einen Routine und für den anderen ein dramatisches Abenteuer. Und in den unterschiedlichen Perspektiven auf eine Story liegt eine ganz besondere Spannung. Kenne ich den Helden, kenne ich schon mal eine Perspektive auf die Story und mache mich dann auf die Suche nach den anderen Perspektiven.

Es gibt ja immer mindestens 3 Seiten einer Medaille:
Unsere - die des Gegenüber - und die, die wir noch nicht kennen.

Sonntag, Februar 05, 2017

Mehr Projektgeschichten - Business Storytelling

In den letzten Wochen war es einigermaßen ruhig, und das aus gutem Grund. Ich habe die Projektgeschichten neu geplant und für 2017 neu ausgerichtet.
Im letzten Jahr hat es sich gezeigt, dass nicht nur Projektleiter Business Storytelling ganz wunderbar gebrauchen können.
Das hat dazu geführt, dass es viel mehr Business Storytelling in der Praxis geben wird - angefangen mit Workshops in München.


Neben den Workshops arbeite ich kontinuierlich am Onlline Angebot - Webinare, Story Schnell Checks, Erste Hilfe für Präsentationen und Vorträge - alles, wo gut funktionierende Stories einfach in absolutes Muss ist.

Freitag, November 25, 2016

Very Short Story: Projektkonflikte...

Die meisten Konflikte im Projekt haben eine emotionale Ursache. Geredet wird aber nur über die sachlichen Themen.

 

Donnerstag, November 17, 2016

Ein Ziel - viele Geschichten drumherum

Hermann, Projektleiter eines mittelständischen Unternehmens, hat ein laufendes Projekt eines anderen Kollegen übernommen. Er ist nun dabei, das Projekt zu verstehen und mit allen Beteiligten nochmal über Erwartungen und Zweck des Projektes zu sprechen.

Montag, November 14, 2016

Geschichten über Projektrisiken haben eine ganz eigene Dynamik


Ein Risiko, das ich nicht benenne ist wie eine unsichtbare Geschichte: sie kann enormes Potential entfalten ohne dass ich es merke.



as#

Business Storytelling

Samstag, November 12, 2016

Mensch. Haltung. Geschichten. Business Storytelling

Warum mögen wir Geschichten? Oder: warum wirkt Business Storytelling?

Die Antwort auf beide Fragen ist die gleiche: Weil in der Geschichte der Mensch zuerst kommt.
Keine Geschichte kommt ohne Held aus. Habe ich keinen Held, habe ich keine Geschichte, sondern Informationen. Und unser Gehirn sagt: „laaangweilig….“

Langweilige Themen gibt es ja in Unternehmen haufenweise.
Prozesse zum Beispiel. Regeln. Handbücher und Dokumentationen.

Freitag, November 11, 2016

Warum Business Storytelling immer wirkt - Du bekommst immer mehr, als erwartet

Erfahrung ist das, was man hat, kurz nachdem man es brauchte.

Gestern hat meine Kollegin im Projekt mal ihr Outlook Postfach aufgeräumt. Wahrscheinlich kennt Ihr diese Outlook Meldung nicht, weil Euer Postfach immer sauber aufgeräumt und archiviert ist: „Mail kann nicht versendet werden, es ist nicht genügend Speicherplatz vorhanden.“
Ihr ist das nun passiert und als ordentlicher Mensch hat sie dann gleich mal ihr Postfach aufgeräumt und überflüssige Mails gelöscht. Dachte sie.
Tatsächlich hat sie den Inhalt des ganzen Projekt-Postfachs gelöscht, auf das sie seit vorgestern Zugriff hatte.
Den Ordner „gelöschte Elemente“ hat sie auch gleich geleert, damit nun wirklich wieder Platz ist.

Dann begann die Lernkurve.
1 Stunde später kam ein erzürnter Teilprojektleiter ins Büro gestürmt, auf der Suche nach Mails mit wichtigen Testergebnissen, die von Testern weltweit in der letzten Woche im Projektpostfach aufgelaufen waren. Das waren viele Tester und viele Ergebnisse. Aber die Mails waren ja jetzt gelöscht. Und zwar gelöscht gelöscht.
„Das Postfach kann man doch sicher wieder rekonstruieren?“, die Kollegin hatte ein ordentlich schlechtes Gewissen wegen ihres Fehlers.
„Nein, nicht so ohne weiteres.“, war die verärgerte Antwort.
Bevor alle Technik-Experten nun genervt aufstöhnen oder abbrechen zu lesen: Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.
Klar, technisch gesehen, kein Problem, das Backup vom Tag zuvor wieder einzuspielen. Dauert etwas und nötigt den zuständigen Admin zu ein paar Aktionen, die er eher selten durchführt (zum Glück).
Das vorgelagerte Problem: Wer redet mit dem Admin und sagt ihm, was los ist? Und wer hält das aus, dass der Kollege erstmal mürrisch herumpoltert, bevor er das Problem behebt? Diese Diskussion darüber hat ungefähr doppelt so lange gedauert, wie das anschließende Rücksichern des Postfachs.
Blöde Geschichte? Ja, blöd.

Andrerseits:
Die Kollegin hat was fürs Leben gelernt (auch wenn die Kollegen noch so herumpoltern, meistens lässt sich ein technisches Problem beheben),
der Teilprojektleiter auch (er hätte ja auch das Testtool nutzen können, um die weltweiten Testergebnisse zu sammeln und auszuwerten).
Und der ganze Flur hat gestern Nachmittag ausführlich die verschiedenen Aspekte dieser Story diskutiert, Erfahrungen zu Mail-Postfächern für Projektteams und das sichere Archivieren von Mails ausgetauscht. Und die Kollegin hat ein Beispiel geliefert für die Anwender-Erfahrung „Was passiert, wenn ich was lösche, obwohl es noch gebraucht wird…“, die in den Erfahrungsgeschichtenschatz der Abteilung eingeht.

Egal was passiert, es geht nie ohne Geschichten ab.
Und wenn ich im Unternehmen nach vorhandenem Know How zu was auch immer suche, ich fange immer bei den Erfahrungsberichten an. Meistens muss man sie sich erzählen lassen und immer erfährt man eine ganze Menge mehr, als man es erwartet hat.

Anwender-Handbücher zu Software und anderen erklärungsbedürftigen Sachen werden übrigens verständlicher, wenn man sich über den Weg der Stories, Fragen und Erfahrungsberichte aus der Anwender-Perspektive daran macht. Nur mal so, falls ein Software-Dokumentierer unter Euch ist.

Donnerstag, November 10, 2016

Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teil(-Geschichten)

Wenn der Zusammenhang klar ist, werden auch die Details verständlich.
Christian kämpft gegen das Unverständnis in seinem Team. Jeder sieht nur seinen Anteil an einem Auftrag. Scheinbar ist niemand in der Lage, das Gesamtbild zu verstehen. Bei der letzten Lieferung von exklusiv verpackten Werbesets (davon lebt Christians Firma) an einen besonderen Kunden hat doch glatt jemand die Packliste schlampig gelesen und die Werbesets  falsch verpackt. Dabei hätte das auf den ersten Blick klar sein müssen, dass für „Weihnachtspackerl“ kein Sommerblümchen-Design passend ist.

Ich kenne Christian als geduldigen und engagierten Teamleiter. Nur bei vermeidbaren Fehlern wird er fuchsteufelswild. Was vermeidbare Fehler sind, darüber kann man mit ihm ganz wunderbar streiten. Bei unserem letzten Streit darüber war dann klar, dass mein persönliches Weltbild von „Fehlern“ ein ganz anderes ist, als seines. Das hat uns letztendlich zu einigen interessanten Erkenntnissen geführt.

Christian hat den Fehler in der Verpackung entdeckt, weil er zufällig an der Packstation vorbeikam, auf der Suche nach einer Lösung für ein anderes, aber ähnliches Problem. Außer ihm scheint niemand solche Details zu bemerken.
Fehlerbehebung per Zufall ist anstrengend und nicht sehr zuverlässig, findet Christian. Und an die Reaktion des Kunden, der fast Weihnachts-Sets im Sommerdesign erhalten hätte, mag er gar nicht denken. Das Verhältnis mit diesem Kunden ist sehr gut; der Kunde legt aber auch großen Wert darauf, dass man ihn und seine Wünsche vollkommen versteht und  hohe Qualität abliefert. Fehler im Verpackungsdesign sind schlicht undenkbar.
Wie schafft es Christian nun, dass sein Team um solche Besonderheiten weiß und der Wunsch des Kunden nicht nur beim Sales-Team, kurz auftaucht und dann in der Hektik der Auftragsbearbeitung einfach wieder vergessen wird?
Wenn jeder ein Bild im Kopf hat, das den Auftrag und den zugehörigen Kunden mit seinen Besonderheiten zeigt, kann sich jeder vorstellen, was passiert, wenn der Auftrag gut oder eben nicht gut ausgeführt wird.
So wie eben der letzte Kunde: „Sehr empfindlicher und qualitätsbewusster Kunde mit Sonderwünschen bei der Verpackung der Ware, dafür großzügig, wenn ihm alles gefällt“.
Christian hat diese „Short-Story“ sofort im Kopf, wenn er an diesen Kunden denkt. Die Kollegen nun auch. Und sie fangen an, mit „Short Stories“ Kunden und Aufträge zu erklären – und die wichtigsten Details werden immer weitererzählt.

Christian verfeinert gerade seinen Führungsstil „Management by Short Story“ – und wir haben einen Riesenspaß dabei und manchmal auch einigen Streit. Und immer verblüffende Erkenntnisse. Immer dann, wenn seine Short Story bei mir ganz anderes ankommt, als er sich das zuvor gedacht hat. Meistens finden wir dann noch eine Geschichte hinter der Geschichte, die dazu geführt hat, dass ich seine ursprüngliche Geschichte ganz anders verstand, als Christian es geplant hatte.

Und wir freuen uns immer, wenn wir wieder eine besonders treffende „Kundenauftrags-Story“ gefunden haben, die den Auftrag für das ganze Unternehmen unverwechselbar erklärt und jedem die wichtigsten Details sofort vor Augen führt. Christians Team freut sich übrigens, weil sich Christian nicht mehr so oft lautstark aufregt….

Short Stories kann man also nicht kaufen, aber für sich selbst bauen, so wie sie gebraucht werden.
Wann: 24./25. November in München beim Workshop zum Business Storytelling

Montag, November 07, 2016

Business Storytelling – the Story is King, not Marketing.



Warum ist es mir so Storytelling so wichtig? Es ist ein machtvolles Mittel, eine ganze Unternehmenswelt zu erklären. Und das ist mehr als Marketing. Das geht im besten Falle durchs ganze Unternehmen.
Hier habe ich Euch das ganze anhand einer Beispielgeschichte aufgedröselt – Krisensituationen, wie ich sie ganz oft in Unternehmen finde. Und alles was es braucht, sind einige wenige, aber machtvolle Stories, die die Welt aus der Sicht aller Beteiligten erklären.
Aber jetzt mal ganz von Anfang:
Teamarbeit zum Beispiel ist ja einfach, solange kein Zeitdruck herrscht. Sobald die Arbeitsbelastung steigt und die Zeit knapp wird, wird die Kommunikation üblicherweise reduziert, was zur Folge hat, das sich Missverständnisse aufbauen bis hin zur ausgewachsenen Team- oder Projektkrisen, weil das gegenseitige Verständnis für die Situation des anderen auf einmal keine Rolle mehr spielt. Fast jeder kennt diese Situationen.
Storytelling hilft, diesen Verständniskrisen vorzubeugen. Es verbindet die Idee des Erzählens mit der Idee der Wissensaktivierung und Wissensweitergabe. Hierdurch lässt sich ein Team oder ein Projekt aus seinem Stillstand bewegen und die Kommunikation, der Dialog, wieder aktivieren. So weit so theoretisch. Hier ist mein Beispiel-Projektleiter Peter, der genau durch so eine Verständniskrise durchmarschiert ist:
„Wir haben überhaupt keine Ahnung, was wir den Anwendern noch alles erklären sollen..“ Das ist die Standard-Beschwerde, die Peter von seinen Mitarbeitern regelmäßig hört. Peter ist Chef des Projektteams, das einen großen Software-Rollout im ganzen Unternehmen plant und umsetzt
Es kommt es immer wieder zu Verzögerungen aufgrund von fehlerhaften Informationen. User beschweren sich, dass sie nicht rechtzeitig informiert werden. Eskalationen werden aufgrund verzögerter oder unvollständiger Projektinformationen losgetreten.
Im aktuellen Fall war eine Anwenderin  richtig verärgert, weil sie sich nicht richtig informiert fühlte, und diesen Umstand mit ihrem Vorgesetzten diskutiert hatte.
Das Projektteam verstand die Welt nicht mehr: „Wir haben doch ein Email Postfach und alle technischen Informationen (Mehrere Megabyte Dokumentation auf SharePoint) sind einsehbar.“ Einsehbar schon, nur leider für die Anwenderin, in diesem Fall die Assistenz des Vorstandes, nicht verständlich..
Die Diskussion über die Informationspolitik und Qualität des Projektes lief ab dem Moment nicht wirklich in eine konstruktive Richtung. Anwender und Projektteam scheinen in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Peter ist frustriert.
In den Unternehmen, in die ich gerufen werden, gibt es immer ein oder mehrere Projekte mit Projektleitern wie Peter, die viel Zeit für Kommunikation aufwenden müssen, und oft das Gefühl haben, überhaupt nicht verstanden zu werden. Jeder scheint sich seinen eigenen Reim auf das Projekt zu machen. Das nervt natürlich, weil Kommunikation ineffizient und zeitraubend und damit teuer wird.
Dabei ist die einfachste und intuitivste Form der Kommunikation das Austauschen und das Weitererzählen von Erfahrungen. Das umfasst nicht nur die Weitergabe von Informationen, sondern meint auch Bewerten und Erläutern von Zusammenhängen. Jeder macht es, kaum einer überlegt sich, wie man damit Information schnell und effizient weitergeben kann.
Storytelling macht genau das: das Verbinden von Fakten und emotionalen Erfahrungen mit einem Thema, um so Verständlichkeit und Bedeutung von fachlichen Zusammenhängen zu erklären. Übrigens, ich habe die interessantesten, unterhaltsamsten, anschaulichsten, aber auch nicht immer ganz korrekten Informationen über Projekte oft in der Kaffeeküche und der Raucherecke des Unternehmens erfahren.
Projektleiter Peter hat zunächst keine Idee, wie er seinem Teamerklären soll, wie wichtig es ist, alle Informationen & Details so aufzubereiten, dass es „selbst die Anwender“ verstehen. Als Projektleiter hatte er im Laufe der Jahre gelernt, sich bei jedem Projekt erstmal ein Gesamtbild zu verschaffen, bevor man drauflos werkelt. Er macht sich die Mühe, mit den beiden Kollegen eine gemeinsame Sicht auf das Projekt zu erarbeiten und ihnen über ein paar praktische Beispiele zu erklären, welche Rolle die Wahrnehmung der unterschiedlichen Perspektiven auf das Projekt ist. Anwender interessieren nun mal viele technische Details einfach nicht, sondern erwarten für Sie verständliche Ergebnisse. Daran entzündet sich ein Projektkonflikt, der im Unternehmen große Kreise zieht.
Peter ist nur noch damit beschäftigt, Zusammenhänge und Hintergründe des Projektes zu erklären.
Wenn erstmal alle auch ihrer Sicht der Dinge bestehen, wird es manchmal schwierig, sie dazu zu bewegen, auch mal eine andere Sichtweise zu akzeptieren. In dem Fall hilft mir immer, wenn ich erstmal in den „Erzählmodus“ gehe und eine ähnliche Geschichte über ein ganz anderes Projekt erzähle, das ähnliche Herausforderungen hatte.

Und solche Geschichten, mit welchen Problemen denn andere so zu kämpfen haben, hören wir immer wieder gerne. Stimmt´s? Sei es die Schwierigkeiten von Frau Maier, die Zuhause 3 Stockwerke über und wohnt und deren Katze an Magenverstimmung leidet, oder ein Projektleiter eines anderen Unternehmens, der ein ganz ähnliches Projekt geleitet hat (und vielleicht auch Magenprobleme hatte): Was war das Problem, wer ist der Held und wie hat der Held das Problem gelöst. Wir lieben solche Geschichten. Ich auch. Was hat Peter nun davon?
Die Überlegung von Projektleiter Peter: Was passiert während seines Urlaubs in den nächsten 4 Wochen, wenn niemand sich die Zeit nimmt, aufgebrachte Anwender zu beruhigen?
Peter befürchtet, dass es ohne sein e Vermittlung zwischen Anwendern und Technikern im Projektteam  zu einigen heftigen Missverständnissen  führen wird. Und nach seinem Urlaub wird er wochenlang damit beschäftigt sein, die Wogen zu glätten.
Peter findet eine Lösung für das Projekt. Die Anwender bekommen ab sofort Informationen so aufbereitet, dass die wichtigste Botschaft einfach und schnell verstanden werden kann: Tim, der „Rollout Held“ erklärt nun als fiktive Figur projektbegleitend alle für die Anwender wichtigen Informationen und geht stellvertretend für 5.000 Anwender durch das Abenteuer „Software Rollout“.
Das Problem „Anwenderkommunikation“ ist komplexer, als es dem Projekt auf den ersten Blick bewusst war. Doch das Thema lässt sich mit Zeit und Geduld lösen. Peter ist erleichtert, weil alle Beteiligte nun doch verstanden haben, dass es wichtig ist, eine gemeinsame Perspektive auf ein Projekt zu haben und im Zweifelsfall mehr Zeit einzuplanen, Zusammenhänge verständlich zu erklären.
Die Herausforderung einer guten Story ist es, eine klare und unmissverständliche Botschaft zu finden und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Um diese Botschaft können nun die Geschichten nach dem Prinzip:
Held => Problem => Lösung (kein Schuldzuweisung) => Abenteuer => Gutes Ende
gebaut werden.
Das weiß natürlich auch das Marketing. Aber auch in Teams und Projekten ist es hilfreich, sich mal die ganze Geschichte zu einem Thema anzusehen. Meistens gibt es mehr als eine Geschichte zu einem Thema. Und dann fängt die Arbeit des Business Storytelling an: Herauszuarbeiten, was die große, ganze Geschichte ist, die hinter all den einzelnen Geschichten mit all den verschiedenen Perspektiven steckt.
Wer das mit Leben füllen möchte, und für sein Team und sein Projekt das richtige Geschichtenrepertoire entwickeln möchte, kann das im Workshop BusinessStorytelling mit mir tun.