Da gab es einen Aufruf zur Blogparade, dem ich nicht widerstehen konnte. Die geschätzte Storytelling Kollegin Caroline Kliemt (@reichweite) hat eine Bloparade zum Thema Stroytelling gestartet. Viele, bunte, unterhaltsame und sehr unterschiedliche Aspekte sammelt sie da:
http://www.reichweite-beratung.de/storytelling-in-neuen-kontexten-blogparade/
Da bin ich auch gerne dabei, diesmal in Wort und Bild.
projektgeschichten
Projektmanagement und Storytelling: Geschichten über Erfahrungen in Projekten, Methoden und Tipps für Menschen und Unternehmen, Wissenssammler, Projekte und Projektleiter
Dienstag, April 23, 2013
Dienstag, April 16, 2013
Emil, Emilbert und das Porzellan oder "wie wird man Experte"?
(Projektgeschichten und was man daraus lernen kann)
Emil und Emilbert waren Elefanten. Emilberts größter Traum war es, mit Porzellan zu arbeiten. Das sagte er jedem, den er traf. Feine weiße Tassen, zierliche Schalen, elegant geformte Teller – das war die Welt, die ihn interessierte und seine große Leidenschaft, wie er gerne erzählte. Er fühlte sich zum Porzellanfachmann berufen.
Emil staunt über Emilbert: „Erklär mir doch mal, wie man mit Porzellan arbeitet.“ Ermilbert erzählte ja so gerne, dass er alles über Porzellan wusste, nur was er genau wusste, erzählte er nie. „Sein Wissen darf man nicht einfach so verraten.“, erklärte er, „Ich bin anerkannter Porzellanfachmann.“ „Geht das denn, einfach so?“ staunte Emil. „Klar, das ist außerdem ein ganz großes Projekt.“, führte Emilbert bedeutungsschwer aus. Emil staunte. Projekte interessierten ihn ja. Er beschäftigte sich gerne damit, aus etwas großem, komplexem, unübersichtlichem etwas strukturiertes, durchschaubares und durchaus immer noch großes zu machen. Ihm gefiel das, und groß passte zu Elefanten, fand Emil. Beim Porzellan war er sich nicht ganz sicher. Emil beschloss, alles über Projektmanagement zu lernen, was ihm in die Finger kam.
Emilbert hingegen beschloss, Porzellanfachmann zu sein. Nach einigem Suchen fand Emilbert auch eine Werkstatt, die bereit war, es mit ihm zu versuchen. So begann seine Porzellan Karriere. Er hatte die Verantwortung für einen wichtigen Teil der Werkstatt und ganz klar wurde im erklärt, was seine Aufgaben waren. Emilbert war einverstanden. Und er war sehr stolz, nun dazuzugehören. Am ersten Tag ging alles ganz wunderbar. Die Kollegen in der Werkstatt waren froh, jemanden gefunden zu haben, der so stark war. Den ganzen Tag verbrachte Emilbert damit, das Lager aufzuräumen, schwere Säcke voller Sand und Quarz zu stapeln und überhaupt, in der Werkstatt Ordnung zu schaffen. Er hatte einige gute Ideen und die Kollegen waren froh, dass er sich kümmerte. Paletten stapelte er aufeinander, Kisten hob er in hohe Regale, vieles brachte er an seinen Platz. Sein Talent kam richtig gut an. Und Emilbert freute sich und fühlte sich als echter Porzellanfachmann. Also wollte er am 2. Tag endlich dorthin, was er für das Herz der Werkstatt hielt. Schließlich war er Fachmann. So stürmte er voller Elan am nächsten Morgen durch die Tür des Lagers hin zum Produktionsraum. In seinem Schwung übersah er das Regal rechts neben der Tür. Die Tür flog auf, in das Regal. Das Regal flog um und die neuesten Entwürfe von Tassen und Tellern flogen auf den Boden. Es war ein unbeschreiblicher Lärm. Voll Schreck sah er sich um und riss den Werkstatt-Tisch mit sich. Und mit dem Tisch landeten die neuesten Entwürfe kostbarer Vasen bei den Scherben der Teller und Tassen aus dem Regal. Wieder ein unbeschreiblicher Lärm.
Alle Kollegen um ihn herum erstarrten vor Schreck. Die Arbeit eines ganzen Jahres war verloren. Als die letzte Scherbe auf dem Boden lag, wurde es ganz still. „Emilbert, was ist nur in Dich gefahren? Hast Du eine Idee, wie du das wieder in Ordnung bringen kannst? Du solltest Dich doch um das Werkstatt Lager kümmern.“ Emilbert antwortete nicht. Leider. Er drehte sich um und ward fortan in der Porzellanwerkstatt nicht mehr gesehen.
Später hörte man, dass er nun Fachartikel über Porzellan verfasste. Er forderte unzerbrechliches Porzellan.
Emil hingegen bekam sein erstes großes Projekt. Ein Zoo wollte Elefanten-Badewannen konstruieren. Ganz groß und aus Porzellan. Emil begann zu planen.
Wie er plante und was er über Projektmanagement lernte, davon demnächst mehr.
Übrigens...eine Bemerkung in eigener Sache....
Mittwoch, März 27, 2013
Projektzitate - die besten Schlauberger-Sprüche
Hier ist die Sammlung der "best of .." in der Kategorie „Schlauberger-Sprüche“
In unserer Sammelaktion zu den besten Projektzitaten gab es die folgenden unvergleichlich schlauen Sprüche. Danke an alle Schlauberger, die mitgesammelt haben ;-)
Spitzenreiter:
Und weiter geht es mit ....
In unserer Sammelaktion zu den besten Projektzitaten gab es die folgenden unvergleichlich schlauen Sprüche. Danke an alle Schlauberger, die mitgesammelt haben ;-)
Spitzenreiter:
- Bei mir ist alles „grün“. (@pottason)
Und weiter geht es mit ....
- Wir haben keine Probleme. Wir haben Herausforderungen! (@tural)
- Gerate so früh wie möglich in Verzug! Dann hast du mehr Zeit, den Rückstand aufzuholen! (Heinrich Unger)
- Wer glaubt, dass Projektmanager Projekte managen, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. ( Anonym)
- Testen ist nur für Feiglinge. (@falkschmidt)
- Techniker: „Es geht um…“ Projektleiter: „Das interessiert mich nicht, wann kannst Du mir das Ergebnis liefern?“ (Anonym)
- 2 weeks of testing? I thought you are professional. (@guntrambechold)
- Sie müssen sich entscheiden, ob Sie Angestelter der Firma sind oder Mitglied des Projektteams. (@esentri)
- Jedes Ding hat drei Seiten: 1. Deine, 2. Meine und 3. Die, die wir nicht kennen. (www.ralf-blodig.de)
Donnerstag, März 07, 2013
Projektgeschichten zum Weltgeschichtentag
Liebe Projektleiter und Co,
sicher habt ihr den Weltgeschichtentag in Euren ohnehin schon ziemlich vollen Kalendern ganz dick rot markiert.
Dieser hat nämlich am 20.03.2013 sein 10. Jubiläum.
Vor Kurzem habt ihr bei unserem Projektgeschichtenwettbewerb bewiesen, dass ihr genug spannende Stories aus dem Projektalltag zu erzählen habt. Zum Weltgeschichtentag erhöhen wir die Herausforderung und den Spaß, indem wir die neusten Projektgeschichten in melonengrüner Atmosphäre live erzählen.
Auch wir haben ein lang gehütetes Projektgeschichtengeheimnis zu lüften. Zum ersten Mal erzählen wir unsere INSIRA Story.
Wir nehmen euch mit auf eine Hubschrauberreise über die Projektinsellandschaft… Schnallt euch an!
Getreu nach dem Motto: „Jede Projektgeschichte hat drei Seiten: 1. Deine, 2. Meine und 3. Die, die wir nicht kennen“, begrüßen wir euch am 20.03.2013 von 18:00 bis 20:00, in unserem Büro in München. Melde dich bis zum 19.03.13 hier an.
sicher habt ihr den Weltgeschichtentag in Euren ohnehin schon ziemlich vollen Kalendern ganz dick rot markiert.
Dieser hat nämlich am 20.03.2013 sein 10. Jubiläum.
Vor Kurzem habt ihr bei unserem Projektgeschichtenwettbewerb bewiesen, dass ihr genug spannende Stories aus dem Projektalltag zu erzählen habt. Zum Weltgeschichtentag erhöhen wir die Herausforderung und den Spaß, indem wir die neusten Projektgeschichten in melonengrüner Atmosphäre live erzählen.
Auch wir haben ein lang gehütetes Projektgeschichtengeheimnis zu lüften. Zum ersten Mal erzählen wir unsere INSIRA Story.
Wir nehmen euch mit auf eine Hubschrauberreise über die Projektinsellandschaft… Schnallt euch an!
Getreu nach dem Motto: „Jede Projektgeschichte hat drei Seiten: 1. Deine, 2. Meine und 3. Die, die wir nicht kennen“, begrüßen wir euch am 20.03.2013 von 18:00 bis 20:00, in unserem Büro in München. Melde dich bis zum 19.03.13 hier an.
Montag, Februar 25, 2013
Projektzitate - The best of „Weisheiten des Projektlebens“
Hier sind sie, die Gewinner unserer Abstimmung zur Projektzitatensammlung.
In der Kategorie "Weisheiten des Projektlebens" war absoluter Favorit:
Führung mit Checklisten ist Projektmanagement auf Tütensuppenniveau. (@olafhinz)
Und auf den weiteren Plätzen:
In der Kategorie "Weisheiten des Projektlebens" war absoluter Favorit:
Führung mit Checklisten ist Projektmanagement auf Tütensuppenniveau. (@olafhinz)
Und auf den weiteren Plätzen:
- Entscheidungen werden IMMER unter Unsicherheiten getroffen, sonst wären es Schlussfolgerungen. (per Mail)
- Alles schön sehen, immer das Leben anlächeln. Vielleicht haben wir alle Recht. (www.ralf-blodig.de)
- Wenn wir mit der Planung so weit hinten sind dann ist hinten eben vorne. (Erwin Abelmann)
- 80% der Zeit braucht man, um 20% der Aufgabe zu erledigen. In den letzten 20% der Zeit erledigt man dann die anderen 80 % der Aufgabe. (@stilist)
- Wir brauchen kein Ziel, alle wissen was zu tun ist! (@regi7900)
- Wir sind zu 95 % fertig. (Hzprojektmensch)
- Probleme gibt es, weil es Projekte gibt. (Heinrich Unger)
- Gute Projektmanager fangen erst gar kein Projekt an. (Heinrich Unger)
Danke an alle, die uns ihre Weisheiten geschickt haben und mit abgestimmt haben :-)
Freitag, Februar 15, 2013
Projektinseln ....
Manche Projekte sind wie Inseln im Unternehmen. Fernab des Festlands der Linienorganisation arbeiten die Projektteams. Oder was man eben auf einer einsamen Insel so tut ....
Unsere Projektgeschichte, an der wir gerande arbeiten, betrachtet auch, wie Projekte in die Unternehmensorganisation eingebunden sind und wie gut es dem Unternehmen gelingt, den Überblick über seine "Inseln" zu behalten.
Work in progress .....
Unsere Projektgeschichte, an der wir gerande arbeiten, betrachtet auch, wie Projekte in die Unternehmensorganisation eingebunden sind und wie gut es dem Unternehmen gelingt, den Überblick über seine "Inseln" zu behalten.
Work in progress .....
Donnerstag, Februar 07, 2013
Den Überblick behalten ....
Wir erstellen gerade eine echte Projektgeschichte: "Wie kann ein Unternehmen den Überblick darüber gewinnen, was in seinen Projekten wirklich passiert..."
Die Geschichte steckt voller Überraschungen, unerwarteten Erkenntnissen und viel Kreativität. Eine Projektgeschichte eben.
Bald werden wir sie natürlich vollständig erzählen, aber hier ist schon mal der erste Blick darauf. Und ja, es wird eine Bildergeschichte!
Mittwoch, Januar 30, 2013
Der Stein der Weisen ...
Kennt Ihr eigentlich die Geschichte über Lernen, Wissen und Weisheit von Mulla Nasruddin?
Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu dem Thema. Weil sie mir so gut gefällt, erzähle ich sie gerne mal wieder:
Entstanden ist das Vidoe in Zusammenarbeit mit Inge Bell von Bellmedia in Leipzig.
Und: Vorankündigung!
Bald gibt es dort auch noch mehr zum Thema Storytelling zu sehen. Von mir. Ist klar ;-)
... auch hier auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=XzYNh_tnaKs
Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu dem Thema. Weil sie mir so gut gefällt, erzähle ich sie gerne mal wieder:
Entstanden ist das Vidoe in Zusammenarbeit mit Inge Bell von Bellmedia in Leipzig.
Und: Vorankündigung!
Bald gibt es dort auch noch mehr zum Thema Storytelling zu sehen. Von mir. Ist klar ;-)
... auch hier auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=XzYNh_tnaKs
Freitag, Januar 18, 2013
Das beste Zitat aller Zeiten ....
Wir beenden heute unsere Aktion Projektzitate.
Wir starteten auf den PMCamp im November 2012 und setzten sie via Social Media fort.
Uns erreichten jede Menge Zitate aus dem Projektalltag in drei Kategorien:
- Schlauberger Spruch,
- Totschlagargument und
- Weisheiten des Projektlebens,
daraus ist eine einzigartige Sammlung von insgesamt 64 Zitaten geworden!!!
Vielen Dank an allen die mitgemacht haben. Wir wollen natürlich, wie bereits angekündigt, in jeder Kategorie den ultimativen Projekt-Spruch wählen und somit eine „the best of“ Liste erstellen – jetzt heißt es bis 5. Februar fleißig abstimmen. Die Autoren der besten Projektzitate werden natürlich belohnt!
Pro Kategorie könnt Ihr Euer Lieblingszitat auswählen - los gehts:
Freitag, Januar 04, 2013
Geflügelte Worte im Projektalltag ... 3. Teil
Auch auf Twitter finden sich unübertroffene Weisheiten zum Projektmanagement. Die, die uns für unsere Zitatensammlung erreicht haben, sind hier:
- „Wir haben keine Probleme. Wir haben Herausforderungen!“ (@tural3)
- „EMail vom Programmierer: nach Update verreist" (@projektstory)
- „Wir kriegen das alles rechtzeitig fertig, keine Angst“ (@tmmd)
- „Das Leben ist kein Ponyhof mit grüne Wiese und rosa Blümchen“ (@wowolek)
- „Manche haben keine Ahnung - und davon ganz viel“ (@MORITZ_Krokodil)
- „Ich habe alles im Kopf" (@tural3)
- „Ich habe doch keine Zeit für wortklaubereien" (@tural3)
- „Wenn der Auftraggeber es wirklich will, spielen Kosten keinerlei Rolle mehr“ (@ernstvall)
- „Machen Sie es mal gschwind!" (@tural3)
- „Erst nachdenken, dann schreiben“ (@projektstory)
Donnerstag, Dezember 27, 2012
Projekt-Schlauberger.... noch mehr geflügelte Worte
Unsere Sammlung der Projektzitate wächst inzwischen sehr ansehnlich. Kürzlich bekamen wir von Heinrich Unger eine ganze Liste herrlicher Weisheiten.
Hier sind sie:
Hier sind sie:
- Es gibt keine guten Projektmanager, nur solche, die Glück hatten.
- Die Projektdauer wird von der Anzahl der Änderungsanträge bestimmt.
- Es gibt keinen schleichenden Funktionszuwachs! Nur einen rasenden.
- Gerate so früh wie möglich in Verzug! Dann hast Du mehr Zeit, den Rückstand aufzuholen!
- Nach 90% der Projektlaufzeit und 90% des Budgets sind auch 90% der Arbeit erledigt. Die restlichen 10% Arbeit können in den verbleibenden 90% der Zeit und des Budgets bequem erledigt werden.
- Gutes Projektmanagement besteht nicht aus Planen, Überwachen und Steuern. Es geht nur darum, gute Entschuldigungen für die entstandenen Probleme zu finden.
- Projektmanager werden benötigt, weil es in allen Projekten Probleme gibt.
- Probleme gibt es, weil es Projekte gibt.
- Ohne Projektmanager gäbe es keine Projekte.
- Gute Projektmanager fangen erst gar kein Projekt an.
Freitag, Dezember 21, 2012
Zuhören, Mitdenken und andere Nebensächlichkeiten im Projekt
Ich bin immer wieder erstaunt, an welchen scheinbar nebensächlichen Dingen Projekte scheitern können. Das ist die Geschichte eines Projektes das eingestellt wurde. Das Projekt wurde abrupt beendet mit einer sogenannten „Management-Entscheidung“. Die Entscheidung fiel kurz vor Weihnachten. Die Frage, ob das nicht auch früher möglich gewesen wäre, führt zu einer anderen Geschichte (... darüber, wie schnell Manager Entscheidungen treffen oder eben nicht und wie dann mehr oder weniger klar kommuniziert wird…), die zu einem anderen Zeitpunkt erzählt werden soll.
Leider kam das Ende nicht ganz überraschend. Und das Projekt stellt sich natürlich die Frage, ob es soweit hat kommen müssen? Eigentlich lief doch alles ganz gut. Es gab zwar Offene Punkte, die im letzten Meeting mit dem Management Board als dringend zu bearbeiten angemahnt wurden, doch diese Punkte waren nicht unlösbar und auch inzwischen geklärt. Um es in den beliebten Projektstatus-Ampelfarben auszudrücken: das Projekt hatte den Weg von rot zu gelb locker geschafft und war auf dem Weg nach grün. Soweit es die Beurteilung der Fakten und der Projektergebnisse betraf. Die Beurteilung aus der Perspektive des Projektes wohlgemerkt.
Konkret ging die Geschichte so:
Da war einmal ein ambitionierter Projektleiter, der ein ganz schön großes Team von etwa 40 Personen zu managen hatte. Das Team war auch sehr kunterbunt zusammengesetzt. Unterschiedliche Typen von Menschen, unterschiedliche Arbeitsweisen, Erfahrungen und Kommunikationsstile. Nicht zuletzt eine Mischung aus internen Kollegen, externen freiberuflichen Beratern und einem Beratungsteam eines beauftragen Unternehmens. Eine bunte Mischung aus ganz verschiedenen Interessen. Die sollten nun zusammenarbeiten und sich von dem Projektleiter steuern lassen.
Im Team wusste jeder Bescheid, was er zu tun hatte. Was die anderen Kollegen so machten, war zum Teil unklar bis unbekannt. Das führte dazu, dass so manche fachliche Frage eine Weile durch das Projekt geisterte, bis sich jemand fand, der die Antwort wusste. Es ging nichts verloren, nur manche Dinge wurden dadurch etwas mühsam. Niemand wartet gerne lange auf Antworten zu Fragen, die ihm wichtig sind.
Da das Team so groß war, gab es viele verschiedene Themen, die mit Kollegen aus den betroffenen Fachbereichen geklärt und abgestimmt werden mussten. Also redete der eine Kollege aus dem einen Teilprojekt mal mit dem Fachbereich, dann wieder jemand aus einem anderen Teilprojekt. Blöd nur, wenn beide Kollegen nichts voneinander wussten und auch noch Informationen weitergaben, die für die Kollegen aus dem Fachbereich ganz und gar widersprüchlich klangen. Die Kollegen waren verwirrt und wussten nicht, woran sie waren mit dem Projekt. Vertraut man jemandem, der sich scheinbar dauernd widerspricht?
Das Thema des Projektes war recht anspruchsvoll. Um der alten IT-Weisheit entgegenzuwirken, die da sagt „wer testet ist feige“ wurden sehr umfangreiche Tests geplant. Die Leute, die sich fachlich damit gut auskannten, also diejenigen, die die Testfälle auch inhaltlich verstanden, waren mit beteiligt. Es sollte möglichst viel möglichst gründlich getestet werden. Natürlich mit den zukünftigen Nutzern des Projektes, den das waren genau die, die sich fachlich auskannten. Die verstanden nur nichts von den IT-technischen Hintergründen des Projektes. Woher auch. Doch manchmal kamen da Fragen, die die Unsicherheit über diese ganzen technischen Zusammenhänge ausdrückten. Ungeschickt, wenn nie Zeit war, genau zuzuhören und diese Fragen in Ruhe zu beantworten. „Dafür bin ich nicht beauftragt“, so die ganz klare Abgrenzung, die aus dem Team regelmäßig zu hören war.
So nach und nach bekamen die Kollegen „zukünftige Nutzer“ das Gefühl, dass dieses Projekt etwas merkwürdig arbeitete. Eigentlich zu Unrecht, aber der Eindruck war nun mal da. Leider hatte der Projektleiter viel zu wenig Zeit, um sich all diese Sorgen anzuhören. Sonst gab es auch viel zu wenig Mitarbeiter in dem Projekt, die sich mal Zeit nahmen, zuzuhören, wenn jemand aus dem Fachbereich etwas zu erzählen hatte - zu fachlichen Hintergründen oder „historischen Zusammenhängen“ oder Themen, die sowohl das Projekt als auch den Fachbereich betrafen. Geschichten darüber, warum die Dinge gerade so sind, wie sie sind. Meistens gibt es ja für die scheinbar unlogischsten Abläufe einen guten Grund. Wenn man den kennt, versteht man das große Ganze besser.
Das alles führte dazu, dass der Ruf des Projektes nicht der beste war. Technisch gesehen, völlig zu Unrecht, fand das Projekt. Und lag damit gar nicht falsch. Doch geholfen hat es nicht.
Denn eines Tages passierte folgendes: ein anderes Projekt, das weit hinter seinem ursprünglichen Zeitplan lag, verursachte ein paar ordentliche Engpässe bei verfügbaren Ressourcen, Menschen und Technik gleichermaßen. Eine Risikoanalyse wurde durchgeführt. Eine Bewertung aller Projekte im Umfeld dieses anderen Projektes erfolgte. Man verschaffte sich einen Überblick über die Risiken, all diese Projekte nun gleichzeitig durchzuführen. Nicht ganz unerwartet kamen die Mitglieder des Managementboards zu der Überzeugung, dass alle Risiken aller Projekte auf einmal für das Unternehmen gefährlich werden könnten. Und damit erfolgte eine klare Entscheidung. Das Projekt, von dem hier erzählt wurde, wurde zugunsten des anderen Projektes eingestellt.
Ende.
?
Schade für das Projekt. Und den Projektleiter. Nachvollziehbar für das Unternehmen.
Hätte es Alternativen gegeben? Sicher. Aber es fand sich für dieses Projekt kein Fürsprecher. Warum nicht? Technisch war das Projekt ganz in Ordnung. Aber niemand hat gerne mit dem Projekt zusammengearbeitet. „Die haben ja nie zugehört, wenn wir was Wichtiges hatten….“
Liebe Projektteams, achtet doch hin und wieder darauf, ob ihr genug Zuhörer in euren Projekten habt. Und dass jeder ab und zu mal über den eigenen Tellerrand hinausblickt, um zu sehen und zu hören, was sonst noch so läuft und wo er mit wenig Aufwand weiterhelfen kann (auch wenn er nicht „beauftragt“ ist).
Leider kam das Ende nicht ganz überraschend. Und das Projekt stellt sich natürlich die Frage, ob es soweit hat kommen müssen? Eigentlich lief doch alles ganz gut. Es gab zwar Offene Punkte, die im letzten Meeting mit dem Management Board als dringend zu bearbeiten angemahnt wurden, doch diese Punkte waren nicht unlösbar und auch inzwischen geklärt. Um es in den beliebten Projektstatus-Ampelfarben auszudrücken: das Projekt hatte den Weg von rot zu gelb locker geschafft und war auf dem Weg nach grün. Soweit es die Beurteilung der Fakten und der Projektergebnisse betraf. Die Beurteilung aus der Perspektive des Projektes wohlgemerkt.
Konkret ging die Geschichte so:
Da war einmal ein ambitionierter Projektleiter, der ein ganz schön großes Team von etwa 40 Personen zu managen hatte. Das Team war auch sehr kunterbunt zusammengesetzt. Unterschiedliche Typen von Menschen, unterschiedliche Arbeitsweisen, Erfahrungen und Kommunikationsstile. Nicht zuletzt eine Mischung aus internen Kollegen, externen freiberuflichen Beratern und einem Beratungsteam eines beauftragen Unternehmens. Eine bunte Mischung aus ganz verschiedenen Interessen. Die sollten nun zusammenarbeiten und sich von dem Projektleiter steuern lassen.
Im Team wusste jeder Bescheid, was er zu tun hatte. Was die anderen Kollegen so machten, war zum Teil unklar bis unbekannt. Das führte dazu, dass so manche fachliche Frage eine Weile durch das Projekt geisterte, bis sich jemand fand, der die Antwort wusste. Es ging nichts verloren, nur manche Dinge wurden dadurch etwas mühsam. Niemand wartet gerne lange auf Antworten zu Fragen, die ihm wichtig sind.
Da das Team so groß war, gab es viele verschiedene Themen, die mit Kollegen aus den betroffenen Fachbereichen geklärt und abgestimmt werden mussten. Also redete der eine Kollege aus dem einen Teilprojekt mal mit dem Fachbereich, dann wieder jemand aus einem anderen Teilprojekt. Blöd nur, wenn beide Kollegen nichts voneinander wussten und auch noch Informationen weitergaben, die für die Kollegen aus dem Fachbereich ganz und gar widersprüchlich klangen. Die Kollegen waren verwirrt und wussten nicht, woran sie waren mit dem Projekt. Vertraut man jemandem, der sich scheinbar dauernd widerspricht?
Das Thema des Projektes war recht anspruchsvoll. Um der alten IT-Weisheit entgegenzuwirken, die da sagt „wer testet ist feige“ wurden sehr umfangreiche Tests geplant. Die Leute, die sich fachlich damit gut auskannten, also diejenigen, die die Testfälle auch inhaltlich verstanden, waren mit beteiligt. Es sollte möglichst viel möglichst gründlich getestet werden. Natürlich mit den zukünftigen Nutzern des Projektes, den das waren genau die, die sich fachlich auskannten. Die verstanden nur nichts von den IT-technischen Hintergründen des Projektes. Woher auch. Doch manchmal kamen da Fragen, die die Unsicherheit über diese ganzen technischen Zusammenhänge ausdrückten. Ungeschickt, wenn nie Zeit war, genau zuzuhören und diese Fragen in Ruhe zu beantworten. „Dafür bin ich nicht beauftragt“, so die ganz klare Abgrenzung, die aus dem Team regelmäßig zu hören war.
So nach und nach bekamen die Kollegen „zukünftige Nutzer“ das Gefühl, dass dieses Projekt etwas merkwürdig arbeitete. Eigentlich zu Unrecht, aber der Eindruck war nun mal da. Leider hatte der Projektleiter viel zu wenig Zeit, um sich all diese Sorgen anzuhören. Sonst gab es auch viel zu wenig Mitarbeiter in dem Projekt, die sich mal Zeit nahmen, zuzuhören, wenn jemand aus dem Fachbereich etwas zu erzählen hatte - zu fachlichen Hintergründen oder „historischen Zusammenhängen“ oder Themen, die sowohl das Projekt als auch den Fachbereich betrafen. Geschichten darüber, warum die Dinge gerade so sind, wie sie sind. Meistens gibt es ja für die scheinbar unlogischsten Abläufe einen guten Grund. Wenn man den kennt, versteht man das große Ganze besser.
Das alles führte dazu, dass der Ruf des Projektes nicht der beste war. Technisch gesehen, völlig zu Unrecht, fand das Projekt. Und lag damit gar nicht falsch. Doch geholfen hat es nicht.
Denn eines Tages passierte folgendes: ein anderes Projekt, das weit hinter seinem ursprünglichen Zeitplan lag, verursachte ein paar ordentliche Engpässe bei verfügbaren Ressourcen, Menschen und Technik gleichermaßen. Eine Risikoanalyse wurde durchgeführt. Eine Bewertung aller Projekte im Umfeld dieses anderen Projektes erfolgte. Man verschaffte sich einen Überblick über die Risiken, all diese Projekte nun gleichzeitig durchzuführen. Nicht ganz unerwartet kamen die Mitglieder des Managementboards zu der Überzeugung, dass alle Risiken aller Projekte auf einmal für das Unternehmen gefährlich werden könnten. Und damit erfolgte eine klare Entscheidung. Das Projekt, von dem hier erzählt wurde, wurde zugunsten des anderen Projektes eingestellt.
Ende.
?
Schade für das Projekt. Und den Projektleiter. Nachvollziehbar für das Unternehmen.
Hätte es Alternativen gegeben? Sicher. Aber es fand sich für dieses Projekt kein Fürsprecher. Warum nicht? Technisch war das Projekt ganz in Ordnung. Aber niemand hat gerne mit dem Projekt zusammengearbeitet. „Die haben ja nie zugehört, wenn wir was Wichtiges hatten….“
Liebe Projektteams, achtet doch hin und wieder darauf, ob ihr genug Zuhörer in euren Projekten habt. Und dass jeder ab und zu mal über den eigenen Tellerrand hinausblickt, um zu sehen und zu hören, was sonst noch so läuft und wo er mit wenig Aufwand weiterhelfen kann (auch wenn er nicht „beauftragt“ ist).
Mittwoch, November 14, 2012
Geflügelte Worte im Projektalltag ...
Hier sind sie, die ersten Zitate aus dem Projektalltag.
Vom PMCamp in Dornbirn haben wir eine ganze Menge mitgenommen.
Vielen Dank dafür.
Die Urheber der Zitate haben wir natürlich erwähnt, mit ihrem Twitternamen, ganz in der Tradition des PMCamps, auf dem einfach viel getwittert wird.
Viel Vergnügen mit der ersten Liste.
Wenn Euch noch mehr einfällt, gerne her damit: zitate (at) projektgeschichten.de
Vom PMCamp in Dornbirn haben wir eine ganze Menge mitgenommen.
Vielen Dank dafür.
Die Urheber der Zitate haben wir natürlich erwähnt, mit ihrem Twitternamen, ganz in der Tradition des PMCamps, auf dem einfach viel getwittert wird.
Viel Vergnügen mit der ersten Liste.
Wenn Euch noch mehr einfällt, gerne her damit: zitate (at) projektgeschichten.de
Projekt –
Schlauberger Spruch
·
Wer
glaubt, dass Projektmanager Projekte managen, glaubt auch, dass Zitronenfalter
Zitronen falten. (Anonym)
·
Techniker:
„Es geht um…“
Projektleiter: „Das interessiert mich nicht, wann kannst Du mir das Ergebnis liefern?“ (Anonym)
Projektleiter: „Das interessiert mich nicht, wann kannst Du mir das Ergebnis liefern?“ (Anonym)
·
Testen
ist nur für Feiglinge. (@falkschmidt)
·
AGIL
– Wenn einer die Arbeit von dreien in der halben Zeit machen soll (@peejez)
2 weeks of testing? I thought you are
professionals. (@guntrambechtold)
·
Spezifikation?
Wir machen das wie Facebook. (@guntrambechtold)
·
Bei
mir ist alles „grün“. (@pottason)
·
Spezifikation?
Wir haben doch einen Screenshot. (@guntrambechtold)
·
Sie
müssen sich schon entscheiden, ob Sie Angestellter der Firma sind oder Mitglied
des Projektteams.
(@esentri)
(@esentri)
·
Verwirren
Sie mich nicht mit Details, ich habe mir meine Meinung schon gebildet
(@kaialterfelder)
·
Never change a running Logo
(@projektstory)
"EMail vom Programmierer: nach Update verreist" (@projektstory)
"EMail vom Programmierer: nach Update verreist" (@projektstory)
Weisheiten
des Projektlebens
·
Don’t ask for permission, ask for
forgiveness (@ddirkkinho)
·
80%
der Zeit braucht man, um 20% der Aufgabe zu erledigen. In den letzten 20%der
Zeit erledigt man dann die anderen 80%der Aufgabe (@stilist)
·
Führung
mit Checklisten ist Projektmanagement auf Tütensuppenniveau. (@olafhinz)
·
·
„Oben“
ist man einsam! –Kommentar eines Mitarbeiters aus der Linie, nachdem er
Teilprojektleiter wurde. (@esentri)
·
Wir
brauchen kein Ziel, alle wissen was zu tun ist! (@regi7900)
·
Don’t
discuss – execute! (@regi7900)
·
Ein
entgangener Vorteil ist kein Nachteil. (@regi7900)
·
Team:
„Wir benötigen noch 3 ½ Sprints und es fehlen noch Spezifikationen“
·
PO:
„Am Freitag sind wir fertig“ (@karlranseier)
·
Projektleiter: „They don’t pay me to
make friends“ (@falkschmidt)
·
Manches,
was Sprossen hat und aussieht wie eine Karriereleiter, entpuppt sich bei genauen
Hinsehen als
Hamsterrad (@alomuc)
Hamsterrad (@alomuc)
Projekt –
Totschlagargument
·
Auf
meinem Rechner läuft es aber doch (@kartramseier)
·
Das
muss (genauso) gehen, sonst ist die Firma pleite. (Anonym)
·
Das
steht doch in der eMail… (@fblome)
·
Don’t give me excuses, give me
results. (@LazyNadja)
·
Prio
setzen – bei uns hat alles Prio 1 (@melmel2701)
·
Das
ist in der Pipeline. (Anonym)
·
Asapissimo.
(@pottasson)
·
Das
Projekt ist gut geplant. Ihr müsst es nur noch umsetzen. (@ankeheines)
OHNE Kategorie…. (es wurde nichts
angekreuzt)
·
Failure is not an option. (@ddirkinho)
·
Shut up and deliver!
(@kaialtenfelder)
·
Was?
Wir liefern heute?! (@moserberatung)
·
Wir
sind zu 95% fertig. (HZprojektmensch)
" Willst Du Gott zum Lachen bringen, erzähl' ihm von deinen Plänen!"
(Verfasser ist mir unbekannt, eingesandt von www.ralf-blodig.de)
(Verfasser ist mir unbekannt, eingesandt von www.ralf-blodig.de)
"Alles schön sehen, immer das Leben anlächeln. Vielleicht haben wir ja alle Recht."
(O-Ton: Cemil, mein türkischer Freund und Döner-Dealer aus Freilassing
in seinem Verständnis für die Welt, die Menschen, die Philosophie und die
oft nötige Geduld, bis der Sinn und die Richtigkeit mancher Aussage erkannt
wird, die zunächst der Utopie zugeordnet werden könnte. Eingesandt von www.ralf-blodig.de)
Jedes Ding hat drei Seiten.
1. Deine
2. Meine
3. Die, die wir nicht kennen
(...hilft oft beim Versuch zu sagen: "So wie ich die Dinge sehe, sind sie richtig!", eingesandt von www.ralf-blodig.de)
(O-Ton: Cemil, mein türkischer Freund und Döner-Dealer aus Freilassing
in seinem Verständnis für die Welt, die Menschen, die Philosophie und die
oft nötige Geduld, bis der Sinn und die Richtigkeit mancher Aussage erkannt
wird, die zunächst der Utopie zugeordnet werden könnte. Eingesandt von www.ralf-blodig.de)
Jedes Ding hat drei Seiten.
1. Deine
2. Meine
3. Die, die wir nicht kennen
(...hilft oft beim Versuch zu sagen: "So wie ich die Dinge sehe, sind sie richtig!", eingesandt von www.ralf-blodig.de)
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