Dienstag, September 05, 2017

Strategie im Labyrinth: Die Helikopter-Perspektive

Sicher ist sicher – oder doch nicht? 


Inzwischen ist der Kunde richtig verärgert, weil seine Daten auf unverschlüsselten Wegen übermittelt werden. Der Consultant ist beleidigt, weil bei seiner eindeutigen Formulierung in der Auftragsbeschreibung für den Programmierer „...ja wohl hätte klar sein müssen, was zu tun ist“. Der Programmierer ist empört, weil der Consultant falsche Vorgaben gemacht hat: „Wenn du keine Ahnung von deinem Job hast, dann frag halt mal rechtzeitig.“ Und der Teamchef verbringt viel Zeit damit, die Wogen zu glätten.

Wie alles begann...


Der Auftraggeber wollte als Teil des Gesamtauftrags auf jeden Fall eine absolut sichere Übertragung seiner sensiblen Kundendaten. Der technische Consultant wollte eine schnelle und pragmatische Lösung für den Kunden und schrieb „sichere Übertragung“ in die Auftragsbeschreibung. Der Programmierer nahm die vorgegebenen Sicherheitsstandards ernst und erfüllt seine Aufgabe. Die Sache aber war komplexer, als es den Kollegen auf den ersten Blick bewusst gewesen ist – sie hatten nicht die gleiche Vorstellung vom Endprodukt.

Das ganze Bild


Im Projektalltag kam es immer wieder zu ähnlichen Missverständnissen - Anlass genug für den Teamchef im Business-Storytelling Workshop eine Strategie zu entwickeln, wie jeder einzelne im Projekt ein möglichst vollständiges Bild des Auftrags bekommt und die wesentlichen Details parat hat: Im Team erarbeiten sie heute gemeinsam Metaphern, die sich auf das angebotene Produkt, das Team des Kunden oder auf „Sonderwünsche“ beziehen können. Inzwischen ist die „Metaphern-Suche“ fester Bestandteil der Team-Kommunikation – beliebt und erfolgreich, weil diese Strategie die Kollegen dabei unterstützt, schnell einen Überblick über die Projektzusammenhänge zu bekommen, eine gemeinsam Sprache zu sprechen und die einzelnen Aufgaben im Kontext klarer zu umreißen.

Am Faden der Ariadne





Ein Beispiel: Die Benutzerführung einer kundeneigenen Software wurde mit der Metapher eines Labyrinths dargestellt. Das Labyrinth bekam einen roten Faden, der den besten Weg durch die zahlreichen fachlichen Anforderungen des Kunden aufzeigte und den Anwender möglichst schnell und elegant durch komplexe Prozesse führte. Als Teil der Projekt-Dokumentation erinnert die bildliche Darstellung alle Beteiligten daran, dass es auch in anderen Projekten nicht nur einen Weg zur Umsetzung der Anforderungen gibt, aber immer einen besonders kurzen und sicheren. Dabei hilft es, von vornherein eine Vorstellung vom ganzen Bild zu haben, sozusagen aus der Helikopter-Perspektive.


In unserem Business-Storytelling Workshop erarbeiten Sie nachhaltige Strategien für die erfolgreiche Kommunikation in Ihrem Projekt-Team und fürs Projekt-Marketing.

Infos und Anmeldung


Dienstag, August 08, 2017

Zeit für Perspektivwechsel?!

„Braucht’s das eigentlich?“


Birkenstock, Motto T-Shirt und Schraubenzieher in der Hosentasche, redet von Sachen, die keiner versteht – braucht das Image des IT-lers ein Update? Mit professionellen Kommunikationskonzepten, die strategisch und vorausschauend auf User-Bedürfnisse eingehen, werden IT-Unternehmen und unternehmensinterne IT-Abteilungen zu Lösungsanbietern.

Mit wem haben wir’s zu tun?


Dörthe Vogt ist Sekretärin einer Führungskraft eine Ebene unterm Vorstand – eine graue Eminenz im Unternehmen.

Freitag, Juni 09, 2017

Das Pareto - Prinzip ist Quatsch

 .... Dazu gibt es heute beim Projektmagazin einen Artikel von mir.

Wie immer: die Kommunikation im Projekt ist das entscheidende :-)

Mittwoch, Mai 03, 2017

Schnelleres Denken in Projekten

„Von den Anforderungen für unsere Projekte ist immer nur die Hälfte bekannt.“ Das ist die Standard-Beschwerde, die Peter von seinen Mitarbeitern regelmäßig hört. Peter ist Chef eines Teams von technischen Consultants und Programmierern, die gemeinsam Kundenprojekte bearbeiten.

Immer wieder kommt es zu Verzögerungen aufgrund von fehlerhaften Informationen. Im aktuellen Fall war ein Kunde richtig verärgert, weil die gewünschte Funktion zur Übermittlung von sensiblen Kundendaten unverschlüsselte Übertragungswege nutzte. Bestellt hatte er eine extra sichere Datenübertragung.

Der Consultant ist beleidigt. „Wenn da steht „sichere Übertragung“, dann ist doch wohl klar, was zu tun ist.“ Der Programmierer ist empört: „Wenn Du nicht erklären kannst, was für Deinen Kunden „sicher“ bedeutet, hast Du keine Ahnung von Deinem Job. Dann frag halt mal rechtzeitig.“ Die Diskussion lief nicht wirklich in eine konstruktive Richtung. Programmierer und Consultant schienen in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Peter ist frustriert.

Freitag, April 21, 2017

Erzähl mir eine Geschichte....

Was hat ein Tiger mit Deinem Business zu tun?


Die Schwanthalerstraße in München ist eine viel befahrene Straße und nicht ganz ungefährlich. Ich weiß das, weil unser Büro genau an dieser Straße liegt. Als Fußgänger bleibt man besser auf dem Gehweg. Manchmal versteht man sein eigenes Wort für Minuten kaum, weil eine Karawane von Feuerwehr und Krankenwagen die Straße hinunter düst. Offensichtlich passiert oft etwas - hier oder in der Nähe.

Es könnte hier aber noch viel gefährlicher sein: Zum Beispiel könnten Tiger auf der Suche nach Beute über den Gehweg schlendern und die Straße für Fußgänger inakzeptabel gefährlich machen.

Das passiert aber nicht.

Warum?

Donnerstag, April 13, 2017

Business Storytelling - Welche Helden hat Dein Business?



Hier ist ein kurzer Ausschnitt aus dem letzten Business Storytelling Online Workshop. Wir haben über Helden diskutiert und ein paar Tipps und Hinweise zusammengetragen, wie Helden fürs Business Storytelling sein können.

Mehr dazu gibt es übrigens am 10. und 11. Mai in unserem Life - Workshop in München.

Mittwoch, April 12, 2017

Andere Fragen führen zu anderen Ergebnissen

Vor kurzen nahm ich an einer Projektkrisensitzung teil. Das Projekt, eine ehrenamtliche Idee, das aus einem Netzwerk von IT-Fachleuten entstanden war. Es dümpelte seit Wochen, eigentlich seit Monaten, vor sich hin und nichts ging voran. Zusagen wurden nicht eingehalten, Ergebnisse zwar geliefert, aber nur so lala und Fehler passierten, weil Kollegen über Abhängigkeiten und Zusammenhängen von Arbeitspaketen nicht genau genug nachdachten und Details unbeachtet blieben.

Als Teil des Projektteams hatte ich immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen, weil Ergebnisse, auf die ich gewartet hatte, nicht rechtzeitig kamen, Missverständnisse in Absprachen entstanden und Kollegen sich teilweise komplett aus den abgesprochenen Aufgaben zurückgezogen hatten. Alles in Allem kein Projekt, das noch Spaß machte.

Das alles führe zu einer großen Besprechungsrunde mit allen Beteiligten, um der Ursache auf den Grund zu gehen und zu entscheiden, ob das Team das Projekt denn überhaupt fortführen wollte. Das Ergebnis nach mehreren Litern Kaffee, einigen Pfund Besprechungskeksen und einigen Raucherpausen war für mich überraschend.

Überraschend waren vor allem die Einsichten der beteiligten Kollegen und die Offenheit, mit der die Erkenntnisse diskutiert wurden. Dabei stelle sich heraus, dass es weder fachliche noch technische Probleme waren, die das Projekt ins Stolpern gebracht hatten.

Quintessenz waren die folgenden Fragen, die das Team gemeinsam formulierte, um den Stand des Projektes zu hinterfragen.
  • Was können wir tun, damit das Projekt wieder so interessant wird, dass alle gerne daran arbeiten?
  • Wie gehen wir mit Verschiebungen und Verzögerungen um? Sanktionen oder individuelle Lösungsfindung?
  • Welchen Sinn hat die gemeinsame Projektarbeit?
  • Welchen Sinn sieht jeder einzelne in den Arbeitspaketen, die er übernommen hat?
  • Was bedeutet das Projektziel für jeden einzelnen?
  • Was bedeutet das Projektergebnis für jeden einzelnen?
  • Warum sollte jemand außerhalb des Teams das Projekt gut finden?
Die Antworten auf die Fragen waren nicht immer eindeutig und es bestand auch kein Konsens in allen Punkten. Bis auf die erste Frage, die alle gemeinsam beantworteten:

Es muss wieder so interessant werden, dass es allen leid tut, wenn sie eine Projektsitzung verpassen. Und dafür sind alle im Team verantwortlich. Wenn jeder auf den anderen wartet, dass etwas umgesetzt wird, blockieren wir uns gegenseitig. Das war das wichtigste Ergebnis der Krisensitzung.

Ein paar einfache Fragen hatten das Projekt komplett gedreht und seit ein paar Wochen nimmt es richtig Fahrt auf. Einfach, weil sich jeder überlegt, was er tun kann, damit die anderen das Projekt interessant finden.

Erkenntnis für mich: Die Weisheit liegt oft in den Fragen. Andere Fragen führen zu andern Ergebnissen. Und meistens aus der Sackgasse.

Mittwoch, April 05, 2017

Facetten im Business Storytelling – Daniela Kreißig zu Gast: Netzwerke leben von Geschichten

Als Dienstleister und kleines Unternehmen ist eines immer von Vorteil: Wenn Du etwas zu erzählen hast. Denn so lernt man das Unternehmen und den Menschen dahinter am besten kennen.
Business Storytelling ist auch: „Welche Geschichte hast Du zu erzählen und für wen ist sie interessant?“
Heute habe ich genau dafür von Daniela Kreißig ein paar ganz wunderbare und sehr anschauliche Geschichten bekommen. Lest selbst was Daniela erzählt:

Dienstag, April 04, 2017

Wann braucht ein Projekt einen Hubschrauber? - die Hintergrundgeschichte zu INSiRA

Was passiert, wenn ein Team von Methoden - und Kommunikationsfreaks zusammensitzen und über typische "Vorkommnisse" in Projekten philosophieren?

Sie entwickeln etwas neues, im Zweifelsfall eine neue Methode mit dem dazu passenden Tool, basierend auf dem Wissen, das eine einzige Frage einen wahren Geschichtenberg zutage fördern kann.
Genau das ist uns passiert. Auf die Frage hin "Wie kriegen wir mehr Kommunikation, Geschichten und Erfahrung in die Projekte unserer Kunden" wussten wir zunächst keine Antwort und kurz darauf hatten wir ganz viele Antworten, die wiederum zu neuen Fragen führten.


Dienstag, März 28, 2017

Wir haben gewonnen: Business Storytelling für Projektorganisationen und mit Methode

Heute mal ein kurzer Einblick darauf, was wir mir Storytelling so machen, zum Beispiel im Projekt- und Change Management.

Da wir ja Methodenfreaks sind, haben wir Storytelling für Projektorganisationen in eine methodische Vorgehensweise zur Analyse von Projektmanagement, Business Storytelling und Kommunikationskultur umgesetzt: INSiRA.

Projektmanagement ist zu 80% Kommunikation und lebt von den Geschichten (Erfahrungen, Beispielen,  Anekdoten, Erklärungen, etc..) eines Projektes. Und diese Geschichten zu kennen, ermöglicht es den Projektleitern auch entsprechend darauf zu reagieren.

Beispiele dazu erleben wir Tag für Tag. User, die eine Software ablehnen, weil sie nicht im richtigen Zusammenhang erklärt wurde und unverständlich oder unbenutzbar erscheint. Auftraggeber, die ein Projekt stoppen,weil der Zusammenhang zu andern Projekten und strategischen Zielen nicht klar kommuniziert wurde. Fehler, die passieren, weil jemand vergessen hat, für ihn selbstverständliche Zusammenhänge zu erwähnen... Der Projekterfolg liegt meistens darin, diese Geschichten rechtzeitig zu entdecken und ins Projekt zu integrieren. Dabei hilft INSiRA.



Die Initiative IT für den Mittelstand hat das Produkt nun mit dem Inovationspreis in der Kategorie "Consulting" ausgezeichnet und wir freuen uns gerade ganz sakrisch ("riesig" auf gut bairisch ...)


Und hier berichten wir ganz offiziell:
https://t2d0e3002.emailsys1a.net/mailing/139/1085468/8833517/1142/2c15887c8e/index.html