Dienstag, Juli 31, 2007

Jetzt "amtlich": Reden hilft wirklich

Wenn Menschen negative Emotionen aussprechen, dann dämpft das Denkorgan offenbar Ärger oder Traurigkeit. Psychologen - nicht nur in der Tradition von Carl Rogers - sehen sich bestätigt.

Über Traurigkeit und Ärger zu sprechen hilft: Und zwar ganz gleich, ob mit einem Vertrauten, dem Therapeuten oder dem Barkeeper. Matthew Lieberman und sein Team von der University of California in Los Angeles untersuchten 30 Freiwillige mit der funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRT). Die 18 Männer und 12 Frauen sollten sich Fotos von Gesichtern mit traurigem oder ärgerlichem Gesichtsausdruck anschauen. Die Forscher zeichneten dabei die Aktivität in den unterschiedlichen Bereichen der Probandenhirne auf. Die Ergebnisse wurden soeben in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychological Science" veröffentlicht.

Wenn die Versuchspersonen den traurig oder ärgerlich dreinschauenden Fotos Namen wie Sally oder Harry zuordnen sollten, zeigte die Amygdala starke Aktivität. Dieser Bereich ist unter anderem für die Verarbeitung von Angst, Panik und anderer starker Emotionen zuständig. In einer Variation des Experiments forderten Lieberman und seine Kollegen die Probanden dann ganz schlicht auf: Sag, was du siehst! Als dann die Versuchspersonen traurige Gesichter mit "traurig", ärgerliche mit "ärgerlich" bezeichneten, ging die Aktivität der Amygdala merklich zurück. Es scheint, als dämpfe das Aussprechen die Reaktion in diesen grundlegenden emotionalen Schaltungen im Gehirn.

Dieselbe Gegend im Denkorgan ist auch für motorische Kontrolle - also Bewegungen - zuständig. Lieberman sieht hier eine mögliche Erklärung: Wenn man auf eine rote Ampel zufahre, dann müsse man andere Reaktionen unterdrücken, um erstmal auf die Bremse treten zu können. "Dieselbe Region könnte so auch helfen, emotionale Reaktionen zu unterdrücken", sagte er. Das wäre eine plausible Erklärung für den hilfreichen Effekt, den viele Menschen erleben, wenn sie im persönlichen Gespräch negative Emotionen erst einmal benennen und aussprechen - nämlich, dass sie nachlassen.

Weitere Informationen:http://www.blackwell-synergy.com/doi/abs/10.1111/j.1467-9280.2007.01916.x?prevSearch=allfield%3A%28lieberman%29

Freitag, Juli 06, 2007

Wie zählt man Küken?

Oder: Wie man mit Vibrationstechnik knifflige Aufgaben lösen kann.

Küken kann man zählen, indem man sie freundlich an einer Lichtschranke vorbeiführt. Damit die Lichtschranke auch richtig zählt, müssen die Küken einzeln an ihr vorbei gehen.
Die Küken sind natürlich aufgeregt und gehen nicht brav hintereinander und einzeln an der Lichtschranke vorbei, sondern drängeln sich vor, können nicht abwarten und schaffen es irgendwie mit einem zweiten Küken gleichzeitig oder sogar Huckepack auf einem anderen Küken an der Lichtschranke vorbei zu gehen.
Hier hilft die Vibrationstechnik: Am Zählpunkt wird im Boden über die ganze Breite des Pfades den die Küken an der Lichtschranke vorbei gehen sollen eine auf Gummimetallelementen gelagerte Platte eingebaut, an der ein kleiner Druckluft-Linear-Vibrator angebaut ist. Der Vibrator versetzt die Platte in leichte Schwingungen. Sobald die undisziplinierten Küken die Platte betreten, werden sie leicht verunsichert und gehen ganz vorsichtig und hübsch eines nach dem anderen an der Lichtschranke vorbei.


gefunden bei: www.nettervibrations.com

Dienstag, Juli 03, 2007

Die gebratene Ameise

Bei den Ameisen herrscht eine seltsame Sitte: Die Ameise, die in acht Tagen am meisten von allen gearbeitet hat, wird am neunten Tage feierlich gebraten und von den Ameisen ihres Stammes gemeinschaftlich verspeist.

Die Ameisen glauben nämlich, dass durch dieses Gericht der Arbeitsgeist der Fleißigsten auf die Essenden übergehe. Und so ist es für eine Ameise eine ganz außergewöhnliche Ehre, feierlich am neunten Tage gebraten und verspeist zu werden.

Trotzdem ist es einmal vorgekommen, dass eine der fleißigsten Ameisen kurz vorm Gebratenwerden noch folgende, kleine Rede hielt:

"Meine lieben Brüder und Schwestern! Es ist mir ja ungemein angenehm, dass ihr mich so ehren wollt! Ich muss euch aber gestehen, dass es mir noch angenehmer sein würde, wenn ich nicht die Fleißigste gewesen wäre. Man lebt doch nicht bloß, um sich totzuschuften!"

"Wozu denn?" schrieen die Ameisen ihres Stammes.

Und sie warfen die Rednerin schnell in die Bratpfanne, sonst hätte das dumme Tier noch mehr geredet...


von: Paul Scheerbart, gefunden bei: www.zeitzuleben.de